Jahrezbilanz der Europa-Rentenfonds
Anleiheprofis suchen ihre Chance bei Währungen

"Das Ziel des Fondsmanagements ist ein absolut positiver Ertrag, unabhängig von der Euro-Zinsentwicklung", heißt es in den Verkaufsunterlagen des DWS Euro Strategie (Renten). Daran gemessen, hat DWS-Manager Ralf Schreyer gute Arbeit geleistet: Zwischen Anfang Februar 2006 und Ende Januar 2007 stieg der Anteilspreis um immerhin 0,1 Prozent.

HAMBURG. Acht der zehn größten europäisch ausgerichteten Rentenfonds liegen dagegen zwischen Anfang Februar 2006 und Ende Januar 2007 im Minus. Anders als beim noch geringfügig besser platzierten DWS Eurorenta orientiert sich Schreyer mit dem DWS Euro Strategie (Renten) an keinem Vergleichsindex, sondern versucht auf der Zins- und Währungsseite flexibel Chancen zu nutzen. Gleichwohl stehen auch dort auf Euro lautende Papiere im Vordergrund. Aktuell machen sie rund 75 Prozent des Portfolios aus.

"Die guten Ergebnisse der vergangenen Monate rühren vor allem daher, dass wir im Euro-Bereich in beiden Fonds die Laufzeiten deutlich reduziert haben und zudem einige Währungswetten aufgegangen sind", erläutert der DWS-Manager. Als Beispiel nennt er die recht hohe Gewichtung von türkischen Lira-Anleihen, deren Anteil zwischenzeitlich bei mehr als sieben Prozent lag, und die Beimischung isländischer Papiere in Höhe von bis zu 3,5 Prozent. Beide Positionen hat Schreyer mittlerweile allerdings zurückgefahren und fast komplett währungsgesichert.

Dasselbe gilt für Ungarn, Polen und Tschechien, wo er im Gegensatz zum Euro-Raum deutlich längere Laufzeiten bevorzugt. Sehr gute Chancen sieht Schreyer derzeit vor allem in Schweden und Norwegen, während er dem Euro-Rentenmarkt auf Sicht der nächsten sechs Monate eher wenig Spielraum zutraut. "Die EZB wird die Leitzinsen 2007 noch mindestens einmal erhöhen", glaubt er und erwartet zum Jahresende ein Niveau von vier Prozent.

Diese Einschätzung vertreten auch Andreas Bockberger und Gabriel Panzenböck. Die Manager der österreichischen Raiffeisen KAG investieren beim Raiffeisen-Euro-Plus-Rent ebenfalls rund drei Viertel ihres Fondsvermögens in Euro-Titeln, der Rest entfällt auf Großbritannien, Skandinavien und Osteuropa.

Anders als Schreyer weichen sie allerdings nur begrenzt von ihrem internen Vergleichsindex ab, der beispielsweise für Osteuropa eine Gewichtung von 7,5 Prozent vorsieht und auch den Spielraum im Laufzeitmanagement einengt. Weil die durchschnittliche Restlaufzeit im Januar mehr als acht Jahre betrug, verlor der Fonds gegenüber dem DWS Euro Strategie (Renten) leicht an Boden. Dennoch fühlt sich das Raiffeisen-Duo mit dem aktuellen Laufzeiten-Mix von 9,4 Jahren gut positioniert.

Bockberger: "Insgesamt ist der Euro-Rentenmarkt jetzt fair bewertet, größere Verluste halten wir bis zum Jahresende für unwahrscheinlich."

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