Japan und Australien tragen nicht zur Stabilisierung bei
Asienfonds bescheren hohe Verluste

Die Beimischung japanischer Aktien konnte den Fonds auf Länder rund um den Pazifik im Jahr 2008 keine positive Rendite bescheren. Bis zu 55 Prozent verloren die Produkte in der Feri-Jahresabrechnung 2008. Durchschnittlich mussten ihre Anteilseigner in den vergangenen zwölf Monaten 42 Prozent Wertverlust hinnehmen.

FRANKFURT. "Japanische Aktien müssen in den Portfolios dieser Kategorie eine Rolle spielen, ihr Anteil ist jedoch nicht festgelegt" sagt Andreas Köchling von Feri Eurorating. Und so setzt der Lemanik-Asian-Opportunity-Aktienfonds, der auf Platz eins der Hitliste steht, zu knapp 64 Prozent auf Aktien aus Japan. Von den zehn größten Positionen im Portfolio notieren acht an der Börse in Tokio. Darüber hinaus liegen mit knapp vier Prozent ein Südkorea-Indexfonds und der chinesische Autobauer Great Wall Motor mit zwei Prozent im Aktienkorb.

"Japan war 2008 der unverwüstlichste Teil der Pazifikregion", sagt Rosemary Kelly, Managerin des KBC-Equity-Pacific-Fonds. "Vor allem die japanischen Banken haben das vergangene Jahr vergleichsweise gut überstanden, denn sie profitierten von der Niedrigzinspolitik der Notenbank und deren Versprechen, Unternehmensschulden aufzukaufen." Die japanischen Automobilbauer hingegen machen der Strategin Sorgen: "Honda und Toyota drosseln ihre Produktion und passen die Umsatzerwartungen nach unten an", sagt Kelly. Die Toyota-Aktie war noch bis Ende November 2008 mit rund drei Prozent in ihrem Fondskorb vertreten.

Für 2009 sagt Kelly ein niedriges Wirtschaftswachstum und ein ebensolches Zinsniveau für den gesamten pazifischen Raum voraus. Speziell in Japan erwartet sie in den kommenden zwölf Monaten noch verstärkt Unternehmens-Restrukturierungen - nicht nur in der Automobilindustrie.

Und nicht nur Japan steht ganz oben auf ihrer Watchlist: "In Australien ist die Neuordnung bei den Industrieunternehmen noch nicht so offensichtlich, doch der Preisverfall bei den Rohstoffen drückt auch dort kräftig auf die Margen", sagt Kelly. Sie glaubt auch wegen der geringeren weltweiten Nachfrage nach Kohle, Eisenerz und Industriemineralien nicht an eine baldige Erholung des australischen Rohstoffsektors. Die vormals so profitablen Minenkonzerne passten ihre Ergebnisprognosen bereits bis über das zweite Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres hinaus nach unten an.

Neu: Indexnews - der kostenlose Handelsblatt-Newsletter zum Thema ETF

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%