John Paulson

Star-Investor verscherbelt Gold

John Paulson galt als großer Freund von Gold-Investments. Jetzt hat Star-Investor allerdings in großem Stil Anteile an einem Goldfonds verkauft. Experten rätseln über die Gründe.
7 Kommentare
John Paulson war einst der Mega-Star der Hedge-Fonds-Branche. Quelle: dpa

John Paulson war einst der Mega-Star der Hedge-Fonds-Branche.

(Foto: dpa)

London/FrankfurtHedgefondsmanager John Paulson hat sich in großem Stil von börsennotierten Indexfonds auf den Goldpreis getrennt. Zwischen Ende Juni und Ende September verkaufte er etwa ein Drittel seiner Anteile am weltweit größten Gold-ETF, dem SPDR Gold Shares, wie am späten Montagabend veröffentlichte Zahlen der US-Finanzaufsichtsbehörde SEC zeigen. In den USA sind institutionelle Investoren dazu verpflichtet, ihre Transaktionen quartalsweise an die SEC zu melden. Diese Dokumente bieten den besten Einblick in die Spekulationen von Hedgefonds.

Den Daten zufolge hielt Paulson Ende September 20,3 Millionen Anteile am SPDR Gold Shares. Ende Juni waren es noch 31,5 Millionen gewesen. Der Verkauf hatte - gemessen am aktuellen Marktwert - einen Umfang von 1,94 Milliarden Dollar.

Um in Gold zu investieren, hatten Wall-Street-Größen wie Paulson in den vergangenen Jahren vor allem auf börsennotierte Indexfonds zurückgegriffen, die Barren in ihren Portfolios hielten. Paulson, der als treuer Gold-Anleger bekannt ist, hatte in der ersten Jahreshälfte an seinen Gold-Investments festgehalten. Andere Star-Hedgefondsmanager wie George Soros hatten sich bereits damals von Gold-ETFs getrennt.

Experten rätseln darüber, warum sich nun auch Paulson davon verabschiedet hat. „Wir bezweifeln, dass Paulsons Gold-Fieber zu Ende ist“, kommentierte die neuseeländische ANZ Bank den Verkauf. Möglicherweise habe der Hedgefondsmanager aus dem ETF in Goldbarren umgeschichtet, um die Gebühren des Fonds zu sparen. Oder er habe Cash benötigt, um Anleger auszahlen zu können, die sich nach starken Wertverlusten aus seinem eigenen Fonds zurückgezogen haben.

Gold hat allerdings seit Ausbruch der europäischen Schuldenkrise einen rasanten Höhenflug hinter sich. So kostete eine Feinunze zu Jahresbeginn noch um die 1400 Dollar, aktuell sind es etwa 1762 Dollar. Das entspricht einem Wertzuwachs von 26 Prozent. Analysten zufolge hat der Goldpreis angesichts der Unsicherheit über die Zukunft der Euro-Zone auch auf längere Sicht weiteres Aufwärtspotenzial. Allerdings gebe es bei 1800 Dollar einen technischen Widerstand, der schwer zu durchbrechen sei.

  • rtr
Startseite

7 Kommentare zu "John Paulson: Star-Investor verscherbelt Gold"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Nicht korrekt.
    Der "Whistleblower" Andrew MacGuire hat in einem Hearing mit der US CFTC (U.S. Commodity Futures Trading Commission) bestätigt, das die Comex permanent ca. 100fach überzeichnet ist, sprich 100 mal mehr Verträge über garantiert hinterlegtes und lieferbares Gold handelt, als es tatsächlich Gold besitzt.
    Das entspricht 1%, nicht 20%.

  • Kann es einen besseren Kontra-Indikator geben ???

    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/hedgefonds-star-verliert-geld-und-glamour/4744888.html

    Tja, Erfolge sind halt vergänglich...

  • Wir sitzen alle in den Startlöchern um physisches Gold und Silber nachzukaufen. Wenn es doch noch ein bischen billiger wäre! Der Euro geht unter, man will es uns wohl noch nicht sagen. Nicht jetzt. Die Griechen räumen jedenfalls ihre Konten. Die Banken können so schnell nicht auszahlen. Ich denke, in Deutschland gehts nach Weihnachten richtig los.

  • "Möglicherweise habe der Hedgefondsmanager aus dem ETF in Goldbarren umgeschichtet, um die Gebühren des Fonds zu sparen. Oder er habe Cash benötigt, um Anleger auszahlen zu können, die sich nach starken Wertverlusten aus seinem eigenen Fonds zurückgezogen haben."
    Mag beides sein. Betrachtet man jedoch den Zeitpunkt der Verkäufe, so fanden diese zu Kursen um 1900 USD/Unze statt. Paulson wäre ein Narr, wenn er den folgenden Preiseinbruch nicht vorhergesehen und durch Teilverkäufe antizipiert hätte. Von "verscherbeln" kann da überhaupt keine Rede sein, eher von einer klugen Anlagestrategie.

  • ...und wenn er nicht Papier in reales getauscht hat, hat Paulsen alles genau richtig gemacht.

    Denn billig kaufen - teuer verkaufen. Genauso realisiert man (seinen) Gewinn.

    Hätte ich z.B. 2001 investiert - bei nem Kurs <500 USD - hätte ich mit Sicherheit spätestens jetzt mindestens nen Teilgewinn realisiert - so wie ich mich allerdings kenne hätte ich längst alles abgestossen. Wenn der Kurs wieder unten ist - kann man ja das Spiel wieder spielen - Barmittel hat man dann ja auch genug.

    Ich wundere mich eh, wer bei dem aktuellen Goldkurs heute den Mut aufbringt in Gold zu gehen. Mutig - Optimissmus pur, wow! Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass auch "Papiergold" sich heute weit von den realen Goldvorkommen losgelöst hat -> "Goldblase"?

    Was passiert, wenn jeder seinen Goldbarren haben möchte?

    Ich hätte Gold mit Sicherheit nur in Form von Barren im Tresor, denn nur dann ist Gold eine Sicherheit - ein Goldzertifikat ist ein billiges Blatt Papier auf dem Gold steht - sonst nichts. Wenn es hart auf hart kommt - kann man die Wand damit tapezieren. Banker sind schon clever! Wer gewinnt? Die Bank!

  • Frei nach dem Motto "Er gab Papier und nahm Gold". Schließlich hat sich herum gesprochen, daß das physisch vorhandene Gold nur ein Fünftel der Goldzertfikate/ -fonds real abdecken kann. Man kann eben Edelmetalle nicht drucken..

  • Erstens: Papiergold wird gegen reales Gold eingetauscht. Und zweitens: "technischer Widerstand" - der Witz des Jahres. Natürlich wird Gold von den Notenbanken heruntergedrückt wo es nur geht, um die Flucht aus den Währungen aufzuhalten. Es handelt sich - schlicht und ergreifend - um Betrug. Vermutlich weiss Paulson, dass das Ende des Papiergoldes naht und kauft physisch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%