JP Morgan lässt Konkurrenz in Schwellenländern hinter sich – Aktien aus Taiwan gelten als günstig bewertet
Rally in Istanbul geht an vielen Fondsprofis vorbei

Um zwischenzeitlich fast 90 Prozent sind die Kurse in Istanbul in den vergangenen Monaten in die Höhe geschossen. In Taiwan treten sie seit Anfang 2004 auf der Stelle. Ein Unterschied, der sich auch in der Bilanz der auf globale Schwellenländer spezialisierten Aktienfonds niederschlägt. So erzielte der Spitzenreiter, der JPMorgan Fleming Middle East Equity im jüngsten, Ende Februar endenden Zwölf-Monatsvergleich einen Zuwachs von 42 Prozent, der Oyster FPP Emerging Markets USD kommt nur auf sieben Prozent.

HB HAMBURG. Managerin Liesbeth Rubinstein von JPMorgan Fleming investiert rund 30 Prozent ihres Fondsvermögens in türkische Aktien, der Rest verteilt sich auf Titel aus Israel, Ägypten, Jordanien und Marokko. „Damit ist ihr Portfolio natürlich nicht direkt mit anderen, weltweit in Schwellenländern investierenden Fonds vergleichbar“, betont Jens Wetter von der Analysefirma Feri Trust, die die Auswertung für das Handelsblatt vornahm. Er ergänzt jedoch: „Ansonsten würde er jedoch auf Grund fehlender vergleichbarer Produkte unter den Tisch fallen, und diese Gruppe passt noch am ehesten.“ Als einer der wenigen Fonds, die bereits seit mehr als fünf Jahren auf dem Markt seien, habe er wegen seiner sehr speziellen Ausrichtung kein Rating erhalten.

Auf den Plätzen zwei bis fünf der Hitliste folgen dagegen ausschließlich Fonds, die von Feri mit der Bestnote „(A)“ beurteilt werden. Dort gab es ebenfalls Zuwächse von 27 bis 35 Prozent, und zwar weitgehend ohne den Turbo Türkei, wie Wetter bestätigt: „Im Vergleichsindex MSCI Emerging Markets sind türkische Aktien nur mit rund zwei Prozent gewichtet. Die meisten Schwellenländerfonds dürften, wenn überhaupt, Positionen in ähnlicher Größenordnung halten.“ Dort resultieren die Spitzenergebnisse in erster Linie aus Beteiligungen in Osteuropa und Lateinamerika. Die jüngsten, Anfang März einsetzenden Kursrückgänge in beiden Regionen sind in der Vergleichstabelle noch nicht berücksichtigt.

Eine völlig andere Richtung eingeschlagen hat dagegen Jonathan Neill, der auf dem vorletzten Platz landet. Der Manager des Oyster Emerging Markets von der Banque Syz hält sowohl Osteuropa als auch die Türkei für viel zu teuer und unattraktiv. Statt dessen besteht sein Portfolio bereits seit Anfang 2004 zu mehr als 50 Prozent aus koreanischen und taiwanesischen Titeln. Nachdem die Rechnung in Korea, wo die Kurse seit Jahresbeginn allmählich Fahrt aufnehmen, aufzugehen scheint, erhofft sich Neill denselben Effekt jetzt auch für Taiwan: „Es gibt derzeit keinen Börsenplatz auf der Welt, an dem Aktien relativ zu Anleihen günstiger bewertet sind als in Taipeh.“ Auftrieb erhofft sich der Oyster-Manager auch von der für Ende Mai geplanten Aufstockung des Taiwan-Anteils im MSCI Emerging Markets von 13,5 auf 18 Prozent.

Dazu Feri-Analyst Wetter: „Jona-than Neill ist ein erfahrener Fondsmanager, der seit fast 20 Jahren im Geschäft ist. In den vergangenen beiden Jahren hat seine Länder- und Aktienauswahl allerdings nicht zum gewünschten Erfolg geführt.“ Wer sich dennoch für den Oyster Emerging Markets entscheide, müsse wissen, dass sich sein Investment häufig anders als die Vergleichsgruppe entwickele. Zudem rät Wetter in diesem Fall zur Euro-Variante des Fonds, die gegen Kursverluste des US-Dollars abgesichert sei.

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