JP Morgan und Frankfurt Trust erzielen mit „Dynamik“-Fonds hohe Wertzuwächse
Europäische Standardwerte gelten als attraktiv

Wer meint, die Bezeichnung "dynamisch" im Namen eines Fonds deute automatisch auf einen wachstumsorientierten Managementansatz hin, der irrt. Der Eindruck, dass es sich hier um ein etwas risikoreicheres Portfolio handelt, ist hingegen richtig:

HAMBURG. Beim JP Morgan Europe Dynamic etwa steht der Zusatz für die Beschränkung auf vergleichsweise wenige Unternehmen, beim FT Europa Dynamik von Frankfurt-Trust ist der grundsätzliche Verzicht auf Barreserven gemeint. Beide Fonds belegen im jüngsten Vergleich von 318 auf europäische Standardwerte fokussierten Aktienfonds einen Platz unter den Top Ten (siehe Tabelle).

Während JP-Morgan-Manager Ajay Gambhir in der Regel nicht mehr als 35 bis 40 Titel hält, sind es beim FT Europa Dynamik rund 100. Der Auswahlprozess von FT-Manager Carsten Große-Knetter beruht dabei auf einem quantitativen System, das ein Universum von rund 600 europäischen Aktien hinsichtlich Bewertung, Momentum, Risiko und Gewinnrevisionen prüft und die am attraktivsten erscheinenden Titel auswählt. Aktuell ist rund ein Drittel des 101 Mill. Euro schweren Fonds in britischen Unternehmen investiert, gefolgt von Firmen aus Frankreich und den Niederlanden mit zwölf bzw. acht Prozent.

Auf Branchenebene favorisiert Große-Knetter die Bereiche Finanzen, Konsumgüter und Industrie. "Der Fonds hat in den vergangenen Monaten unter anderem von den italienischen Banken Banca Lombarda und Banca Intesa profitiert", erläutert der FT-Manager, der auch künftig von einer positiven Entwicklung am europäischen Aktienmarkt ausgeht. "Die robusten Konjunkturdaten geben den nötigen Rückenwind und deuten auf ein kräftiges Wirtschaftswachstum hin", sagt er. Zudem seien Aktien in Europa im Vergleich zu Anleihen "attraktiv bewertet".

Dieser Meinung stimmt Konkurrent Gambhir vorbehaltlos zu. In der Länder- und Branchengewichtung weist sein Fonds durchaus Ähnlichkeiten mit dem FT Europa Dynamik auf. Zu den größten Einzelpositionen gehören aktuell HSBC. Glaxo Smithkline und Siemens. Bei der Auswahl seiner Titel muss sich Gambhir weder an einen Vergleichsindex noch an bestimmte Länder- oder Sektorenvorgaben halten.

Um diese Freiheit angesichts des zwischenzeitlich auf 1,6 Mrd. Euro gestiegenen Volumens nicht zu gefährden, hat JP Morgan den Fonds im Dezember 2005 für Neuzeichner geschlossen. Als Alternative bietet die US-Gesellschaft den ähnlich strukturierten, aber mit rund 150 Beteiligungen deutlich breiter aufgestellten JPM Europe Equity an. Zwar reichte es für diesen Fonds im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich nicht für einen Platz unter den Top Ten, mit einem Plus von 21,52 Prozent liegt er allerdings ebenfalls über dem Durchschnitt.

Autorin: Kerstin Jaumann, Der Fonds

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