Junk-Bonds
Bei F&C überwiegt der Optimismus

Der gesamte Markt für Junk-Bonds ist 2008 unter die Räder gekommen. Nach dem schwachen Jahr erwarten die Fondsmanager nun zweistellige Erträge. Angesicht der bisherigen Entwicklung ist das kein unrealistisches Ziel - viele Investoren greifen wieder bei Junk-Bonds zu.

FRANKFURT. Eine Auszeichnung für einen Fonds ist für Anleger nicht per se ein Grund zur Freude. So kürte das Fondsanalysehaus Lipper den "F&C European High Yield Bond" zwar für seine Fünf-Jahres-Performance zum besten Fonds in der Kategorie für riskante europäische Unternehmensanleihen (Junk-Bonds). Gebracht hat den Anlegern das aber wenig. Denn über die vergangenen fünf Jahre erwirtschaftete der Fonds laut Lipper ein jährliches Minus von 1,4 Prozent.

Dieses bescheidene Ergebnis liegt aber nicht am Fondsmanagement, sondern daran, dass der gesamte Markt für Junk-Bonds im Krisenjahr 2008 unter die Räder gekommen ist. Dabei verlor auch der F&C-Fonds fast 28 Prozent. Andere Fonds büßten 2008 aber noch deutlich mehr ein. In den Jahren davor erwirtschaftete der von Lipper ausgezeichnete Fonds Erträge von bis zu knapp 15 Prozent.

"Der Fonds hat seine Risiken im Griff, und das ist gerade bei hochverzinslichen Unternehmensanleihen wichtig", sagt Detlef Glow, Leiter des europäischen Fonds-Researchs bei Lipper. Junk-Bonds sind Anleihen mit hohen Zinsen von Firmen, denen die Ratingagenturen nur eine schwache Bonität mit Ratings von höchstens Doppel-B attestieren. Vor allem nach der Insolvenz der US-Bank Lehman Brothers im September bewerten Investoren die Ausfallgefahr von Unternehmen völlig neu und verkauften Junk-Bonds en masse.

"Wir hatten zwar eine Krise erwartet, aber deren Ausmaß und die Auswirkungen auf Hochzinsanleihen haben uns überrascht", sagt Kevin Mathews rückblickend auf 2008. Mathews ist einer der beiden Fondsmanager, die den "F&C European High Yield Bond" verantworten. "Ende 2008 handelten Junk-Bonds so, als ob der Weltwirtschaft eine Depression bevorstehe - das war übertrieben", sagt Mathews. Jetzt ist er angesichts der attraktiven Bewertungen aber optimistisch und erwartet in diesem und im nächsten Jahr zweistellige Erträge für seinen Fonds.

Angesichts der bisherigen Entwicklung ist dies zumindest kein unrealistisches Ziel. Viele Investoren greifen seit Jahresanfang bei Junk-Bonds wieder zu. Konjunkturindikatoren, die darauf hinweisen, dass die Weltwirtschaft eben nicht in eine Depression abgleitet und die hohen Renditen der Papiere locken viele Anleger. Seit Jahresanfang sind die Kurse von auf Euro lautenden Junk-Bonds nach Daten von Merrill Lynch im Schnitt um zehn Prozentpunkte auf 61 Prozent ihres Rückzahlungswertes gestiegen.

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