Kampagne der Konkurrenz vermutet
Filmfondsanbieter Boll gerät in die Kritik

Einmal mehr verunsichern Nachrichten aus der Filmfondsbranche die Anleger. Das Magazin „Finanzwelt“ wirft der Bolu GmbH vor, Ausschüttungen aus Lieferantenkrediten vorzunehmen statt aus Einnahmen aus der Filmvermarktung.

HB DÜSSELDORF. In den vergangenen Wochen hatten bereits andere Fondsanbieter durch Probleme mit dem Fiskus und die Bitte, Ausschüttungen zu stunden, auf sich aufmerksam gemacht.

Die „Finanzwelt“, die sich an Finanzvertriebe wendet, macht ihre Kritik beispielhaft am zweiten Fonds von Bolu-Inhaber und Horror-Filmer Uwe Boll fest. Mit dem Geld der Kommanditisten wurde der Film „Blackwoods“ finanziert. Auf ihre Einlage hätten diese insgesamt 59 Prozent Ausschüttung bekommen, „davon 41 Prozent steuerfreie Lieferantenkredite“. „Ob es jemals zu echten Erlösen kommt, ist in Anbetracht der bisherigen Ergebnisse fraglich“, schreibt „Finanzwelt“-Herausgeber Michael Oehme, der auch Sprecher der Bundesvereinigung geschlossener Fondsverbände sowie des dort angeschlossenen Medienfondsverbandes ist.

Boll vermutet hinter der Kritik eine Kampagne der Verbands-Konkurrenz: „Die können mich nicht leiden, weil ich nie in den Verband eingetreten bin.“ Dass Bolu-Fonds aus Lieferantenkrediten ausschütten, bestreitet er nicht, gibt dies auch beispielsweise für den fünften der insgesamt sechs von ihm aufgelegten Fonds zu. Es handele sich um Arbeitsleistungen von Dienstleistern, beispielsweise von Computereffektfirmen. Diese Firmen bekämen ihr Geld nur dann, wenn die Filme Erlöse erzielten. Auf diese Weise sichere er Anlegergelder ab, sagt Boll, der sich in der Vergangenheit gegen Garantiekonzepte anderer Anbieter von Filmfonds ausgesprochen hatte.

Ausschüttungen aus Lieferantenkrediten sind nicht verboten. Insofern funktioniert das Konzept von Boll bei jeder Kommanditgesellschaft (KG), unabhängig davon, was sie produziert. Die Anleger finanzieren die Herstellung einer Ware mit ihrer Einlage. Lieferanten tragen zu deren Produktion durch ihre Leistung bei, verzichten aber auf die sofortige Bezahlung (Lieferantenkredit). Wenn, wie im Fall eines Films, die Ware nicht sofort verkauft wird, entsteht auf dem Papier ein Verlust, der den Anlegern zugerechnet wird. Allerdings kann die KG die wegen des Lieferantenkredits nicht verbrauchten Anlegergelder ausschütten. Wird später die Leistung des Lieferanten bezahlt, geht dies wiederum zu Lasten der Ausschüttung.

Seite 1:

Filmfondsanbieter Boll gerät in die Kritik

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%