Kapital verzweifelt gesucht
Heiß gelaufen: Immobilienfonds flüchten ins Ausland

Einheimische Immobilien fliegen aus dem Portfolio, Standorte wie Paris und London werden plötzlich wieder interessant, sogar risikoreiche Bauten in Osteuropa: Deutschlands offene Immobilienfonds treten die Flucht ins Ausland an.
  • 0

DÜSSELDORF. Kein Wunder: In den vergangenen zwölf Monaten legten die Fonds - in die Anleger 88 Milliarden Euro investiert haben - nur noch 2,8 Prozent zu, einige Portfolios wie der Difa Fonds Nr. 1 rutschten seit Jahresanfang mit minus 0,9 Prozent sogar in die roten Zahlen. "Bei marktgerechter Abwertung des deutschen Bestandes fiele die Bilanz wesentlich schlechter aus", sagt der Rosenheimer Immobilienexperte Stefan Loipfinger.

Doch wer sein Immobilienportfolio umkrempeln will, braucht zunächst einmal Geld für den Vertrieb der Immobilien. Füllt sich die Kriegskasse nicht, müssen deutsche Bestandsimmobilien an Banken, Versicherungen oder Pensionsfonds verkauft werden. Und die Kasse füllt sich nicht. Denn potenzielle Käufer aus dem In- und Ausland zögern.

Nachdem einige Fonds stetig die Werte ihrer Objekte nach unten korrigieren mussten, wartet die potenzielle Kundschaft auf weiter fallende Preise. So können sich leidende Fonds nur peu à peu sanieren.
Difa Grund etwa will sich bis 2008 Zeit lassen, um die Quote deutscher Bauten im Portfolio von momentan 46 auf 25 Prozent zu drücken.
Raus aus Deutschland, rein ins Ausland - das Manöver kommt dem Wenden eines riesigen Öltankers gleich.

Anleger, die bereits Anteile an Fonds mit Schwerpunkt Deutschland besitzen, müssen sich in den kommenden zwei Jahren auf vergleichsweise magere Renditen einstellen. Neuinvestments bleiben deshalb ein Vabanquespiel.

Seite 1:

Heiß gelaufen: Immobilienfonds flüchten ins Ausland

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Kommentare zu " Kapital verzweifelt gesucht: Heiß gelaufen: Immobilienfonds flüchten ins Ausland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%