Kapitalanlagegesellschaften
Fonds und Zertifikate ähneln sich immer mehr

Die Grenzen zwischen Fonds und Zertifikaten verschwimmen auf den ersten Blick immer stärker. Fondsanbieter setzen auf Derivate und Zertifikate-Emittenten auf Fonds. Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört, möchte man meinen.

ret FRANKFURT. „Der seit Jahren tobende Kampf zwischen Verfechtern und Gegnern von Zertifikaten ist aber nur teilweise beigelegt“, sagt Martin Theisinger, Sprecher der Geschäftsführung von Schroders Deutschland. Denn beide Welten seien noch sehr unterschiedlich. Während das Zertifikategeschäft in der Regel am Investment-Banking der Banken angehängt und daher eher umsatzgetrieben ist, ist das Fondsgeschäft in den Banken stärker abgekoppelt oder liegt bei unabhängigen Anbietern.

Und Fonds-Anbieter orientieren sich stärker an langfristigen Bedürfnissen ihrer Kunden – etwa dem Aufbau von Vermögen zur Altersvorsorge. Zertifikate sind hingegen wesentlich weniger reguliert und bieten dadurch einen geringeren Anlegerschutz. Hinzu kommen attraktive Provisionen als Anreiz für den Vertrieb, die laut Theisinger bisher den Wettbewerb zu Gunsten der Zertifikate verzerrt haben.

„Sicher, reine Zertifikate oder Derivate in Produkten für Privatanleger bieten auch Vorteile“, sagt er. Sie würden u.a. das Anlagespektrum erweitern. Sie eignen sich aber wegen ihrer Komplexität eher für informierte Investoren. Fonds hätten hingegen eine höhere Transparenz, was Kosten und Risiken anbelange, und seien vergleichbarer. Sie sind selbst im Fall der Insolvenz eines Asset-Managers gesichert. Das ist bei einem Zertifikat nicht der Fall. Hier sieht Theisinger einen zentralen Pluspunkt für Fonds.

Es gebe aber bereits transparente Fonds, die unter dem Markenschutz der EU-Fondsregulierung – Stichwort UCITS III – Derivate als Anlagevehikel einsetzen. „Erste Schritte sind also bereits gemacht, die Fondsindustrie wird sich mit Derivaten aber noch stärker beschäftigen müssen“, erwartet der Banker.

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