Kapitalgeber aus beiden Gruppen treten bei Übernahmen gegeneinander an
Hedge-Fonds und Private Equity liefern sich harte Duelle

Hedge-Fonds und Private-Equity-Akteure kommen sich an den Finanzmärkten immer mehr ins Gehege. „In den vergangenen Monaten haben sich zwischen diesen beiden Anlegergruppen Übernahmekämpfe entwickelt“, sagt David M. Rubenstein, Gründer und geschäftsführender Direktor des weltweit tätigen Private-Equity-Unternehmens Carlyle Group.

FRANKFURT/M. Eine Gruppe von Hedge-Fonds hatte das Übernahmeangebot eines Private-Equity-Konsortiums für den US-Energieriesen Texas Genco Holdings mit einer Gegenofferte überboten und so – zum Leidwesen der Private-Equity-Gruppe – den Preis hochgetrieben.

Vom Verwischen der Grenzen zwischen Hedge-Fonds und Private-Equity-Fonds profitieren die von diesen Finanzierungsspezialisten ins Visier genommenen Unternehmen und deren Aktionäre. Für Rubenstein ist indes noch längst nicht klar, ob der Kampf künftig noch erbitterter geführt und es am Ende sogar Opfer unter den Konkurrenten geben wird. Als sinnvollste Lösung gilt die friedliche Koexistenz dieser beiden Investmentgruppen. Ein solches Beispiel gab es so im Rahmen der Übernahme des amerikanischen Kohleproduzenten Horizon Natural Resources, wo sich ein Konsortium von Firmen aus beiden Seiten des Spektrums gebildet hatte und erfolgreich zum Abschluss kam.

„Beide Seiten haben schließlich ähnliche Zielgruppen – sowohl auf der Finanzierungs- als auch auf der Anlegerseite“, sagt Lawrence C. Salameno von der seit über 30 Jahren im Hedge-Fonds-Geschäft tätigen Permal Group in New York, gegenüber dem Handelsblatt. Die von der französischen Industriegruppe Worms & Cie. gegründete Gesellschaft hat heute mehr als 20 Mrd. US-Dollar in Hedge-Fonds-Dachfonds unter Verwaltung.

Für eine stärkere Annäherung der beiden zuletzt in Deutschland für Schlagzeilen sorgenden Finanzierungs- und Anlageformen spricht auch, dass sich einige innovative Gesellschaften frühzeitig und sehr breit mit Aktivitäten in beiden Segmenten des Marktes aufgestellt haben. Dies gilt für den mit einem verwalteten Vermögen von 43 Mrd. US-Dollar weltweit größten banken-unabhängigen Hedge-Fonds-Anbieter Man Group aus Großbritannien ebenso wie für die schweizerische Partners Group, die sieben Mrd. US-Dollar verwaltet. Beide sind seit längerem auf beiden Seiten dieses Spektrums tätig. Gleiches gilt für die im Jahr 1989 von der Quandt-Familie in den USA gegründete Auda Advisors Associates, die rund 3,5 Mrd. US-Dollar in Private-Equity-Fonds und Hedge-Fonds verwaltet. Zudem ist es in den USA jüngst zu Fusionen von Hedge-Fonds- und Private-Equity-Gesellschaften gekommen. So haben sich der Private-Equity-Player AEA Investors und der Hedge-Fonds-Manager Aetos Capital zu einer Fondsgesellschaft zusammengeschlossen, die mehr als sieben Mrd. US-Dollar in beiden Anlageformen unter Verwaltung hat.

Bisher unterschieden sich Hedge-Fonds und Private-Equity-Investments unter anderem durch die Dauer der Kapitalanlage. Hedge-Fonds sind für ihre kurzfristigen Strategien auf liquide Märkte (also Börsen) angewiesen, während Private Equity längerfristig und in illiquiden Märkten investiert wird. Private-Equity-Geber nehmen in der Regel Einfluss auf das Management der Firmen, denen sie Geld zur Verfügung stellen. Dagegen hielten sich Hedge-Fonds bisher zurück, wenn es darum ging, in der Unternehmenspolitik mitzureden. Der Fall der Deutsche Börse AG zeigt indes, dass sich das Verhalten von Hedge-Fonds ändert: Sie sind bereit, längerfristig zu investieren und nehmen auch Einfluss auf die Unternehmenspolitik.

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