Kapitalgewinne
Abgeltungsteuer macht Indexfonds interessant

Bislang haben Exchange Traded Fund (ETF) einen schweren Stand im Wettbewerb mit Index-Zertifikaten. Die Abgeltungssteuer kann alles ändern und neuen Fonds zum Durchbruch verhelfen. Denn für sie gelten andere Übergangsfristen, was bei Kapitalgewinnen einiges an Steuerersparnis bringen kann.

HB KÖLN. Wenn Vermögensverwalter ihren Kunden raten, in den Dax zu investieren, dann können diese das nur über Umwege tun. Denn der Dax ist - so wie jeder andere Index - ein theoretisches Instrument, das einen bestimmten Aktienmarkt möglichst repräsentativ abbilden soll. In vielen Fällen ist der flexibelste und kostengünstigste Umweg ein Exchange Traded Fund (ETF).

Ein ETF funktioniert ähnlich wie ein klassischer Indexfonds: Das Fondsmanagement versucht ihn so mit Aktien zu bestücken, dass er den Basisindex möglichst genau abbildet. Aber anders als bei klassischen Indexfonds können die Anteile nicht nur beim Emittenten ge- und verkauft werden, sondern direkt an der Börse. Dem Anleger bietet das gleich mehrere Vorteile: Er kann rund um die Uhr handeln, hat jederzeit einen aktuellen Preis vor Augen und spart sich teure Ausgabeaufschläge. Gebühren fallen allein für das Management an: Sie liegen wie bei passiven Fonds üblich meist zwischen 0,15 und 0,65 Prozent pro Jahr und damit deutlich unter dem Durchschnitt.

Doch gerade diese geringen Gebühren sind ein Grund, warum das Investment bei Privatanlegern fast unbekannt ist. "Vermittler bekommen bei den üblichen Publikumsfonds eine so genannte Bestandsvergütung für den Vertrieb. ETFs zahlen das nicht und bieten ihm so einen geringeren Anreiz, sie zu verkaufen", erklärt Thomas Meyer zu Drewer, der das deutsche ETF-Geschäft beim zweitgrößten europäischen Anbieter Lyxor AM leitet.

Doch das werde sich ändern, glauben viele Vermögensverwalter. Für Stefan Michler, Vorstand und Partner beim Frankfurter Finanzverwalter Gebser und Partner, sind ETFs wichtiger Portfolio-Bestandteil. "Alle Vermögensverwalter, die professionell diversifizieren, setzen zunehmend auf ETFs für ihre passiven Investments", sagt Michler. "Aktive Fonds lohnen sich nur, wenn sie sich dauerhaft besser entwickeln als der Markt, in den sie investieren. Und je effizienter ein Markt, desto seltener können Fondsmanager das leisten."

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