Kapitalmarkt
Union Investment tritt auf der Stelle

Auch die sonst erfolgreiche Fondsgesellschaft Union Investment leidet unter den momentanen Wirrungen der Kapitalmärkte. Vermutlich wird in diesem Jahr in der Bilanz nur Vorjahresniveau erreicht werden können.
  • 0

FrankfurtDie Turbulenzen an den Kapitalmärkten setzen auch der erfolgsverwöhnten Fondsgesellschaft Union Investment zu. Das zur Genossenschaftsgruppe gehörende Haus sammelte im ersten Halbjahr unter dem Strich neue Mittel über 498 Millionen Euro ein, wie Union Investment am Montag mitteilte. Das war weit entfernt von den 2,8 Milliarden Euro an Neugeldern des Vorjahreszeitraums. „Die Eurostaatenkrise, die Katastrophe in Japan und die Sorgen vor einem zu stark steigenden Ölpreis haben viele Anleger weiter verunsichert“, erklärte Vorstandschef Hans Joachim Reinke.

Vor allem im Privatkundengeschäft tritt Union Investment auf der Stelle: Der Nettomittelzufluss in Publikumsfonds lag im ersten Halbjahr bei 130 Millionen Euro. Die Anleger flüchteten aus Rentenfonds, die Offenen Immobilienfonds waren angesichts der anhaltenden Negativ-Schlagzeilen aus der Branche ebenso „kein Absatzgarant“, wie die Gesellschaft einräumte. Doch auch das 2010 noch boomende Neugeschäft mit institutionellen Investoren verlor an Dynamik. Grund dafür sei nicht zuletzt eine gewisse Unsicherheit bei der Umsetzung der Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften, die die Investitionsbereitschaft von Banken und Versicherern gebremst habe.

Insgesamt legte das verwaltete Vermögen (Assets under Management) um 5,7 Prozent auf 177,2 Milliarden Euro zu. Eine Zwischenbilanz zur Ergebnisentwicklung gab Union Investment nicht. Nach früheren Angaben dürfte dieses Jahr bestenfalls das Vorjahresniveau erreicht werden. 2010 verdiente die Gesellschaft vor Steuern mit 372 Millionen Euro so viel wie noch nie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kapitalmarkt: Union Investment tritt auf der Stelle"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%