Kartellwächter fordern Informationen über Geschäftspraktiken
US-Behörde nimmt Beteiligungsfonds ins Visier

Die Private-Equity-Branche ist ins Visier der amerikanischen Wettbewerbshüter geraten. Nach Informationen des "Wall Street Journal" hat das US-Justizministerium Briefe an mehrere Finanzinvestoren verschickt und sich nach den Geschäftspraktiken der Branche erkundigt. Dazu sollen drei sehr bekannte Adressen der Beteiligungsbranche gehören.

tor NEW YORK. Zu den angeschriebenen Firmen sollen Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR), die Carlyle Group sowie Silver Lake gehören. "Die Wettbewerbswächter haben Informationen zu allen Transaktionen zwischen den Jahren 2003 und heute abgefragt", sagte ein Branchenkenner, der den Brief des Justizministeriums gesehen hat. Überraschend ist, dass Blackstone, einer der größten Finanzinvestoren überhaupt, angeblich keinen Brief erhalten hat. Die Branche zeigte sich ohnehin verblüfft über die Anfrage der staatlichen Kartellwächter. "Etwaige Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht waren bislang bei uns nie ein Thema", heißt es unisono von den Finanzinvestoren.

Bei der Nachfrage geht es offenbar insbesondere um die so genannten "Club-Deals". Das sind Firmenübernahmen, bei denen sich mehrere Investoren zu einem Konsortium zusammenschließen. Die Kartellwächter wollen wissen, ob der Wettbewerb bei diesen Geschäften zum Beispiel durch die Weitergabe von Informationen über Preisgebote und Bieterverhalten ausgehebelt wird. So ist es nicht unüblich, dass der unterlegene Bieter nachträglich an der Übernahme beteiligt wird. Die Finanzinvestoren begründen derartiges Verhalten meist mit dem Wunsch, das Risiko von Großübernahmen zu streuen.

Aber hieran entzündet sich der Verdacht der Experten. "Erst gibt es erbitterte Bietergefechte. Beim nächsten Geschäft macht man wieder gemeinsame Sache", zitiert das "Journal" den Rechtsprofessor Josh Lerner von der Harvard Business School. Da komme der Verdacht auf, dass die Auktionen "abgekartet" seien, sagt Lerner.

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