Kaufchance
Telekomfonds laufen dem Gesamtmarkt hinterher

Europäische Telekom-Aktien haben sich in den vergangenen zwölf Monaten in vielen Depots als Renditekiller erwiesen. Angesichts fehlender Wachstumsphantasie und der zunehmenden Konkurrenz durch Billiganbieter straften Anleger die noch immer weit unter ihren einstigen Höchstkursen notierenden Marktführer gnadenlos ab.

HAMBURG. Europäische Telekom-Aktien haben sich in den vergangenen zwölf Monaten in vielen Depots als Renditekiller erwiesen. Titel von Vodafone und Deutsche Telekom verloren zehn Prozent, France Telecom sogar 20 Prozent. Angesichts fehlender Wachstumsphantasie und der zunehmenden Konkurrenz durch Billiganbieter straften Anleger die noch immer weit unter ihren einstigen Höchstkursen notierenden Marktführer gnadenlos ab. Lediglich Übernahmekandidaten wie der britische Mobilfunkbetreiber O2 oder Telekomausrüster wie die französische Alcatel konnten vereinzelt mit der guten Entwicklung der Standardwerte-Indizes Stoxx 50 und Euro Stoxx 50 mithalten.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass im jüngsten Zwölfmonatsvergleich von 32 auf Telekom - und Medienaktien spezialisierten Investmentfonds gleich vier ausschließlich auf Europa beschränkte Angebote auf den hinteren Plätzen zu finden sind (siehe Tabelle). Außerhalb Europas ließ sich dagegen mit entsprechenden Beteiligungen gutes Geld verdienen. Das belegen die Ergebnisse international orientierter Fonds wie Fidelity Telecommunications oder Invesco Global Telecom. Zu den größten Positionen beider Fonds gehört beispielsweise der führende mexikanische Mobilfunkanbieter America Movil, dessen Aktie in den vergangenen zwölf Monaten 130 Prozent zulegte. Auch viele US-Titel, die im Invesco Global Telecom aktuell 43 Prozent ausmachen, entwickelten sich vergleichsweise gut.

Obwohl er die Aktien europäischer Schwergewichte aus Gründen der Diversifikation nicht vollkommen außen vor lässt, hält Invesco-Manager Brian Miller deren Kurschancen auch künftig für begrenzt. "Wenn die EU-Regulierungsbehörde die Anbieter dazu zwingt, die Kosten für Auslandstelefonate drastisch zu senken, bleibt das nicht ohne Folgen für die Erträge", sagt er. Neue Mittel investiert Miller deshalb bevorzugt in auf Schwellenländer spezialisierte Anbieter wie NII oder US-Ausrüster wie Qualcomm oder ADC Telecommunications. "Die Investitionen in der Branche nehmen wieder zu, das kommt in erster Linie den Ausrüstern zugute", lautet seine Begründung.

Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer des Finanzdienstleistungsinstituts SJB Fonds-Skyline, hält die Nachfrage nach neuen multifunktionalen Geräten vielfach für unterschätzt und sieht die hinter der allgemeinen Marktenwicklung zurückgebliebenen Telekomfonds deshalb als "antizyklische Chance". "Die dritte Handy-Generation hat die Dynamik in die Branche zurückgebracht", sagt Bennewirtz. Dabei empfiehlt er nicht nur den bereits 1992 aufgelegten Invesco Global Telecom und den Fidelity Telecommunications, sondern auch den auf Titel aus dem Bereich der drahtlosen Kommunikation spezialisierten SEB Wireless Concept.

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