Keine Anlagealternative
Fondsmanager bleiben Aktien treu

Internationale Vermögensverwalter sehen offenbar keine Anlagealternative zu Aktien. Zwar erwarten sie in den nächsten zwölf Monaten höhere Kursschwankungen an den Aktienmärkten und rechnen immer stärker damit, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten eintrüben. Dennoch gewichten sie Aktien in ihren Portfolios deutlich über.

HB FRANKFURT. Dies ergab die monatliche Umfrage unter 209 Fondsmanagern, die ein Vermögen von 671 Mrd. US-Dollar verwalten. Investoren bereiteten sich auf ein neues Umfeld vor, in dem wachsende Unternehmensgewinne rarer werden, interpretiert David Bowers, Berater für Merrill Lynch, die Oktober-Umfrage. Sie gilt als Stimmungsbarometer für institutionelle Investoren. Zugleich blieben Aktien übergewichtet, zumal es noch immer immense Liquidität im Markt gebe und Aktien noch nicht wie andere Anlageklassen neu bewertet worden seien, meint Karen Olney, Chef-Aktienstrategin Europa bei Merrill Lynch. Im Oktober hat sich diese Diskrepanz zwischen einer pessimistischen Einschätzung der Konjunkturaussichten und einer positiven Meinung über Aktien verstärkt. Inzwischen erwarten knapp 70 Prozent der Befragten, dass sich das globale Wirtschaftswachstum in den nächsten zwölf Monaten abschwächt.

Im September meinten dies 62 Prozent. Gleichzeitig sorgt sich fast die Hälfte der Befragten um eine steigende Inflationsrate. Die meisten rechnen daher mit weiter steigenden Kapitalmarktzinsen. Andererseits hat der Risikoappetit der Fondsmanager nach der Leitzinssenkung in den USA zugenommen. Ihren Liquiditätsanteil haben die Vermögensverwalter leicht auf vier Prozent gesenkt. Ihren Investmenthorizont bezeichnen die meisten inzwischen wieder als neutral.

Aktuell gewichten 58 Prozent der Fondsmanager Aktien gegenüber anderen Anlageklassen über. Im September taten dies nur 46 Prozent. Anleihen erhalten umgekehrt geringeres Gewicht. In einem gemischten Portfolio wurde der Aktienanteil also leicht auf 54 Prozent erhöht. Nach Sektoren bevorzugen sie trotz Wachstumssorgen Aktien aus konjunktursensiblen Branchen wie Technologie, Energie und Industrie, außerdem Telekom. Banken gelten zwar als billig. Aber infolge der Finanzkrise zweifeln die Investoren an der Kurschancen.

Nach Regionen favorisieren die Fondsmanager Emerging Markets, die als am wenigsten anfällig für die Finanzkrise gelten. Die Euro-Zone gilt hingegen als anfälliger wegen der Stärke des Euros. Am unbeliebtesten sind seit Monaten US-Werte.

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