Keine Überraschung
Nur ein Japan-Fonds schreibt schwarze Zahlen

Der Zwölf-Monats-Vergleich von auf japanische Aktien spezialisierten Investmentfonds birgt keine Überraschungen. Wie in den Vormonaten weisen 125 von 126 Angeboten rote Zahlen aus, lediglich der Japanese Equity Fund der Frankfurter Privatbank Metzler erzielte ein bescheidenes Plus von drei Prozent.

HAMBURG. Neben dem schwachen Yen, der von November 2006 bis Oktober 2007 gegenüber dem Euro rund zehn Prozent an Wert verlor, belastete die meisten Fonds vor allem die schwache Binnennachfrage in Japan. Nicht so den Metzler Japanese Equity: Dort setzt Fondsberater Akihide Kinugawa von T&D Asset Management in Tokio bereits seit längerem auf Firmen, die einen großen Teil ihrer Gewinne außerhalb Japans und dort bevorzugt in Schwellenländern erzielen.

Prominent vertreten sind japanische Handelshäuser wie Marubeni, Mitsubishi und Itochu. Marubeni etwa - mit knapp sechs Prozent größter Einzelwert - investiert in kasachisches Uran, brasilianisches Papier und chilenisches Kupfer. Der nach Caterpillar zweitgrößte Baggerhersteller Komatsu verdient vor allem im Mittleren Osten und in Afrika gut. Der weltgrößte Nähmaschinenhersteller Juki wiederum exportiert ins boomende Vietnam, nach Indien und China.

Obwohl Kinugawa auch in den nächsten Monaten an seiner Strategie festhalten will, beurteilt er den Markt in Japan als Ganzes durchaus positiv. "Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis im breiten Topix-Index ist angesichts der deutlich gestiegenen Gewinne auf 14,8 abgesackt, das ist der niedrigste Wert seit fünf Jahren". Den Einfluss der US-Kreditkrise hält er für ausgesprochen gering. "Die Chancen sind momentan eindeutig größer als die Risiken", lautet deshalb sein Fazit.

Auch Tom Stubbe Olsen, kommissarischer Manager des Nordea Japanese Value, sieht Japan von der Kreditkrise nicht unmittelbar betroffen. "Gleichwohl bleiben die Marktteilnehmer natürlich nervös." Olsen, hauptamtlich Manager des Nordea European Value, hat beim Japan-Fonds der skandinavischen Gesellschaft erst im September seinen glücklosen Vorgänger Paul Danes abgelöst, dessen überwiegend auf inländische Konsumwerte ausgerichtetes Portfolio aber bisher kaum verändert. Das machte sich im Oktober zwar bezahlt, auf Sicht von zwölf Monaten belegt der Nordea Japanese Value mit einem Minus von 20,51 Prozent aber den letzten Platz der Vergleichsgruppe. Parallel zur schlechten Performance ließen Mittelabflüsse das Volumen seit Jahresbeginn von 138 auf 30 Mill. Euro sinken. Richten soll es nun ein neuer Kopf: Ab Januar 2008 zeichnet Jorn Linde, Gründer und langjähriger Investment-Chef von Linde Partners Asset Management, für den Fonds verantwortlich.

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