Keine Zinserhöhung der EZB erwartet
Manager von Euro-Rentenfonds sind optimistisch

Das Thema Euro-Rentenfonds wird in der 283 Route d?Arlon in Luxemburg groß geschrieben. Gleich mit zwei Produkten ist die Investmenttochter der belgischen Großbank Dexia, die sich hinter dieser Adresse verbirgt, unter den zehn größten Euro-Rentenfonds mit deutscher Vertriebszulassung vertreten.

HB HAMBURG. Der Dexia Bonds Euro Government Plus und der Dexia Bonds Euro verwalten zusammen ein Vermögen von mehr als drei Milliarden Euro.

Während der Dexia Bonds Euro Government Plus in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von sieben Prozent erzielte und damit auf Rang 54 seiner Vergleichsgruppe liegt, schaffte es der Dexia Bonds Euro mit einem Plus von 6,4 Prozent lediglich auf Rang 82 (Tabelle). Den Grund für das etwas schlechtere Abschneiden des letzteren Fonds sieht Dexia-Manager Philippe Dehoux vor allem darin, dass er die mittlere Kapitalbindungsdauer (Duration) seines Portfolios auf maximal fünf Jahre ausdehnen darf. Obwohl er diesen Spielraum nahezu vollständig ausnutzte, hat er dadurch einen Teil der Kursrally an den Rentenmärkten verpasst.

Hinzu kommt, dass Dehoux einen relativ hohen Anteil der Fondsmittel (derzeit zehn Prozent) in Unternehmensanleihen investiert, und zwar gemäß seinem Vergleichsindex Citigroup Euro BIG quer durch alle Sektoren. Kollegin Florance Anglès berücksichtigt diesen Bereich im Dexia Bonds Euro Government Plus dagegen derzeit nur zu 5,5 Prozent und setzt dabei ausschließlich auf Anleihen von Finanzinstituten.

Für die weitere Entwicklung der europäischen Rentenmärkte ist die Dexia-Managerin positiv gestimmt. Kurzfristig sei nicht von einer Erhöhung der Leitzinsen auszugehen, sagt Anglès. Der Markt rechne mit einem solchen Schritt erst Ende 2006.

Diese Ansicht vertritt auch Tanguy Le Saout von Pioneer Investments. "Angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank in den kommenden Monaten eher gering", sagt der Manager des Pioneer Total Return Defensive. Gleichwohl bevorzugt Le Saout derzeit überwiegend Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten.

Sein Renditeziel für die kommenden drei Jahre liegt bei 6,8 Prozent. Hinter diesem Ziel blieb er in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Plus von nur 2,7 Prozent jedoch deutlich zurück. Das vergleichsweise schlechte Abschneiden führt Le Saout auf die defensive Ausrichtung des Fonds zurück, der im Mai dieses Jahres in einen Absolute-Return-Fonds umgewandelt wurde. Um in jedem Kalenderjahr einen positiven Ertrag zu erzielen, hat Le Saout seinen Fokus seither vor allem auf kurzfristige Euro-Staatsanleihen mit einer hohen Qualität gelegt. Zudem darf der Pioneer-Manager bis zu zehn Prozent seines Portfolios in Aktien und bis zu 25 Prozent in Wandelanleihen investieren. Aktuell macht er von diesem Recht jedoch keinen Gebrauch.

Autorin: Kerstin Jaumann, Der Fonds

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