Klassiker setzt auf US-Werte
Fondsmanager sehen Pharmatitel im Aufwind

"Er läuft und läuft und läuft" - was für den VW Käfer in der Werbung galt, könnte die Schweizer Privatbank Pictet auch für ihren als Klassiker geltenden Pictet Funds Biotech sagen. Während Pictet seinen Schwerpunkt auf US-Werte setzt, investiert Apo Asset Management global - mit vergleichsweise bescheidenem Erfolg.

HAMBURG. Dessen Euro-Tranche verteidigte mit einem Zwölf-Monats-Plus von 20,39 Prozent auch bis Ende November seine Spitzenstellung unter den 88 bei Feri Rating & Research gelisteten Fonds, die sich auf die Gesundheitsbranche spezialisiert haben. Das auf Dollar lautende Original schafft es mit einem Plus von 9,61 Prozent immerhin auf Rang fünf (Tabelle). Mittlerweile reagieren die Pictet-Kunden auf den schwachen Dollar: Sie haben aus dem Original 2007 umgerechnet 51 Mill. Euro abgezogen, der Euro-Tranche flossen netto 77 Mill. Euro zu.

Von einem Neugeschäft in dieser Größenordnung ist der auf Rang neun liegende Apo Medical Opportunities derzeit noch weit entfernt: Der erst im Herbst 2005 bei IP Concept aufgelegte Fonds bringt bislang vergleichsweise bescheidene 43 Mill. Euro auf die Waage und unterscheidet sich auch sonst deutlich vom Platzhirsch aus dem Hause Pictet. So ist das Portfolio weit weniger als der Klassiker auf den US-Markt fokussiert und hält dort aktuell lediglich rund die Hälfte des Fondsvermögens. Hinzu kommen neben europäischen Unternehmen auch Titel aus Nahost, zum Beispiel die Generikahersteller Teva aus Israel oder Hikma aus Jordanien.

Auch auf Branchenebene ist der Fonds breiter aufgestellt. Biotech-Unternehmen würden derzeit nur im Umfang von etwa zehn Prozent beigemischt, erläutert Matthias Hoppe, Fondsmanager bei Apo Asset Management in Düsseldorf. Hoppe ist nicht allein für die Portfolioentscheidungen verantwortlich: "Zusammen mit meinem Kollegen Rolf Heußen betreue ich rund die Hälfte des Portfolios, dabei konzentrieren wir uns auf alle Aktien außerhalb des reinen Pharma- und Biotech-Sektors", sagt er. Als Beispiele nennt er Krankenversicherer oder Hersteller von medizinischen Geräten. Die Pharma- und Biotechtitel wähle dagegen die Münchner Beratungsgesellschaft Medical Strategy aus.

Für das kommende Jahr gibt sich Hoppe zuversichtlich, dass sich das Portfolio gut entwickeln wird: "Als konjunkturunabhängiger Sektor dürfte die Pharmabranche von einer sich abschwächenden Weltkonjunktur profitieren", sagt er. Auch im Biotech-Bereich seien die Aussichten angesichts zweistelliger Gewinnerwartungen positiv. Im Vergleich zu anderen Branchen sehen sich Hoppe und seine Co-Manager gut aufgestellt: "Global betrachtet wurden in vielen Branchen die Gewinnerwartungen nach unten korrigiert, auf den Gesundheitssektor insgesamt trifft dies jedoch nicht zu."

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