Kleine Anbieter bedroht
Hedge-Fonds müssen weiter zittern

Während sich die Situation für die Merhheit der Hedge-Fonds stabilisiert, kämpfen kleinere Akteure der Branche um ihre Existenz. Seit Jahresanfang haben die rund 8 000 Fonds dieses Finanzsektors gemessen am HFRX Global Hedge Fund Index eine Wertsteigerung von 12,23 Prozent erzielt.

FRANKFURT. Zwei Drittel der Hedge-Fonds verzeichneten zudem im dritten Quartal 2009 wieder Kapitalzuflüsse. Deren Zuflüssen in Höhe von insgesamt 38 Mrd. Dollar standen Abflüsse in Höhe von rund 37 Mrd. Dollar gegenüber. „Nach vier aufeinanderfolgenden Quartalen mit Abflüssen kam es im dritten Quartal 2009 zu einem Nettokapitalzufluss in Höhe von rund 1,1 Mrd. Dollar“, sagt Kenneth Heinz, Präsident des Analysehauses Hedge Fund Research in Chicago. Die Branche verwaltet damit zum gegenwärtigen Zeitpunkt weltweit ein Vermögen von rund 1,53 Billionen US-Dollar.

Doch dies ist nur eine Seite der Medaille. Fachleute erwarten, dass noch immer zahlreichen Hedge-Fonds-Managern nach Abschluss des vierten Quartals das Aus droht. Viele Hedge-Fonds-Manager verdienen derzeit noch nicht einmal ihren Lebensunterhalt. Denn das Einkommen der meisten Manager orientiert sich überwiegend am Anlageerfolg. Dies ist in der Vergangenheit deshalb aufgegangen, weil Hedge-Fonds über viele Jahre hinweg überdurchschnittliche Anlageresultate erzielt haben und sie auf diese Weise hohe Erfolgsgebühren berechnen konnten. Damit konnten die Manager die Büromieten im teuren New Yorker Finanzdistrikt zahlen und auch privat auf großem Fuß leben.

Doch als im Zuge der Finanzkrise der Anlageerfolg ausgeblieben ist, mussten viele Hedge-Fonds von der Substanz leben. Dies gelingt jedoch den kleineren Branchenvertretern oft nur für kurze Zeit. So haben zahlreiche Hedge-Fonds-Firmen in den vergangenen Monaten bereits das Handtuch geworfen. Nach kräftigen Verlusten im Jahr 2008 hat sich die Lage für diese Gesellschaften drastisch verschlechtert. Die meisten Verträge der Fonds mit ihren Klienten sind so ausgerichtet, dass die Erfolgsgebühr nur dann fließt, wenn die alten Höchstmarken beim Fondsergebnis überschritten werden.

Die Manager können nur dann Erfolgsgebühren von in der Regel 20 Prozent berechnen, wenn sie ihren Fonds-Höchstwert – in der Fachsprache als „high water mark“ bezeichnet – überschreiten.

Doch trotz der jüngsten Wertsteigerungen liegen wohl noch immer rund 20 Prozent der weltweit etwa 8 000 Hedge-Fonds mehr oder minder deutlich unter diesen Rekordwerten. Im Jahr 2008 hatten diese Geldpools durchschnittlich 19 Prozent an Wert eingebüßt. Bisher haben sie im laufenden Jahr nur einen Teil dieser Verluste wieder ausgeglichen. Und so versuchen die Hedge-Fonds-Manager, ihre Unternehmensstrategie zu ändern und mit Klienten eine andere Gebührenstruktur zu verhandeln.

Philip Vasan von Credit Suisse glaubt, dass die Frage der Orientierung an der „high water mark“ vor allem in den letzten sechs Wochen des Jahres die Diskussionen rund um die Hedge-Fonds-Branche bestimmen wird. Fachleute schätzen, dass Ende dieses Jahres wohl noch immer rund zehn Prozent dieser Asset-Manager ihren Fonds-Rekordwert aus dem Jahr 2007 nicht erreichen werden.

Vor diesem Hintergrund geht zum Beispiel Barry Bausano von der Deutschen Bank in New York davon aus, dass noch einige Hundert Hedge-Fonds schließen werden. Dies dürfte allerdings kaum die großen, breit aufgestellten und gut kapitalisierten Hedge-Fonds treffen, sondern vor allem kleine Gesellschaften, „die von drei Leuten in der Garage gegründet wurden“, sagt Bausano.

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