Kleine Europäer enttäuschen Fondsanleger: In der Baisse gewinnen konservative Stockpicker

Kleine Europäer enttäuschen Fondsanleger
In der Baisse gewinnen konservative Stockpicker

Die europäischen Nebenwerte-Fondsmanager schweigen zurzeit lieber. Denn sie alle waren in den vergangenen zwölf Monaten nicht sonderlich erfolgreich.

FRANKFURT. Laut Feri Eurorating mussten die Fonds mit kleinen und mittelgroßen europäischen Aktiengesellschaften im Portfolio einen ausgesprochen hohen Werteverfall verbuchen: Knapp die Häfte der in die 103 Fonds Summe schmolz 2008 weg. Selbst der wachstumsorientierte und ausgesprochen konservativ investierende Ennismore-European-Smaller-Companies-Fund verlor rund 27 Prozent.

"Das Ennismore-Produkt ist konservativer aufgestellt und liegt in der Hausse oft hinter dem Index", sagt der Feri-Experte Christian Michel. Der Fonds kauft unterbewertete Nebenwerte und setzt aktuell auf den Gebäudedämmer und Fassadenexperten Sto sowie auf die Werbeagentur Trader Media East, bei der die Dogan-Mediengruppe die Aktienmehrheit besitzt. Mit der Stockpicker-Strategie hatte er in der Vergangenheit vor allem in schlechten Börsenzeiten großen Erfolg. Und für das laufende Börsenjahr 2009 könnte die Wette nun wieder aufgehen. Zwischenzeitlich geschlossen stellen die deutschen Börsen nun wieder Kurse für den Klassiker von Ennismore.

Weniger optimistisch blickt der Fondsmanager des KE-Pan-European-Euities-Fund in die nahe Zukunft. Nach Angaben eines Mitarbeiters der Vermögensverwaltung Kepler Capital Markets befindet sich das Produkt in Auflösung: Es gäbe keinen aktiven Vertrieb und ein reiner Nebenwertefonds wäre er schon lang nicht mehr. Die Kepler-Aktienstrategen arbeiteten in der Vergangenheit unter der Leitung der isländischen Landesbank (Landsbanki). Mit einem Management-Buy-Out im Oktober 2008 trennte sich die Kepler-Geschäftsführung nicht nur von dem zahlungsunfähigen Institut, sondern auch von zahlreichen Mitarbeitern. Und mit dem Managerwechsel beim Pan-European-Equities-Fund wird das Produkt beim Vermögensverwalter Kepler nahezu bedeutungslos. "Eine hohe Cashquote in 2008 hat zum relativen Erfolg des Fonds beigetragen", sagt Michel. Aus dem Spezialpapier ist ein Generalistenfonds geworden, der zurzeit sogar 60 Prozent Kassenbestand hält.

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