Kleine Firmen, große Verluste
Deutsche Nebenwertefonds stehen im Abseits

Jürgen Hackenberg hat es momentan nicht leicht. Er ist Manager des Uni Deutschland XS. Der Zusatz "XS" steht dabei für "Extra Small" - und das ist in unsicheren Zeiten, in denen Anleger vor allem auf Größe und Liquidität achten, ein Handicap.

HAMBURG. "Das XS im Fondsnamen steht für Extra Small und damit ganz konkret für Unternehmen, deren freie Marktkapitalisierung eine Mrd. Euro nicht überschreitet", sagt Hackenberg. Mit einem in den vergangenen zwölf Monaten aufgelaufenen Minus von 23,88 Prozent liegt der Uni Deutschland in der Kategorie "Deutsche Aktienfonds Nebenwerte" am Ende des Feldes (siehe Tabelle).

Einige von Hackenberg im Portfolio gehaltene Aktien wie Dialog Semiconductor, Go Yellow Media oder SKW Stahl-Metallurgie brachen seit Beginn der US-Hypothekenkrise zeitweise um bis zu 50 Prozent ein. Dennoch ist der Union-Manager vom Geschäftsmodell jeder einzelnen Beteiligung überzeugt. "Wir verfolgen einen reinen Stockpicking-Ansatz", sagt er und verweist auf die vielerorts günstigen Bewertungen. "Wenn sich die Märkte beruhigen und die Anleger neues Vertrauen fassen, dann steigen auch im Nebenwertesegment die Kurse wieder." Bis dahin könne aber noch einige Zeit vergehen.

Den Anlagebedingungen zufolge darf Hackenberg bis zu 49 Prozent seines Portfolios europaweit investieren. Davon macht er derzeit nur zu rund 20 Prozent Gebrauch. Größte nichtdeutsche Beteiligung ist der finnische Medienwert Alma Media. Auf der Branchenseite dominieren mit einem Anteil von jeweils rund 30 Prozent Industrie- und Technologietitel.

Anders als Hackenberg kauft Jürg Fritsche vom Vermögensverwalter Grossbötzl, Schmitz & Partner für den von ihm betreuten Fonds L.K. Deutscher Nebenwerte ausschließlich im M- oder SDax notierte Aktien. Aus diesen 100 Titeln filtert er mit Hilfe eines quantitativen Modells jene 50 heraus, die über die günstigsten Kennzahlen verfügen. "Wir schauen unter anderem auf das Kurs-Buchwert-Verhältnis, das Kurs-Umsatz-Verhältnis und die Dividendenrendite", sagt Fritsche. Im MDax vertretene Firmen gewichtet er grundsätzlich doppelt so hoch wie SDax-Titel, der MDax-Anteil muss zudem mindestens 51 Prozent betragen.

Das im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich gute Abschneiden des auf Rang eins liegenden Fonds führt Fritsche auch darauf zurück, dass er in von seinem Modell als unsicher qualifizierten Börsenphasen bis zu 50 Prozent des Aktienrisikos absichert. Diese Quote schöpft er derzeit voll aus. "Dabei dürfte es noch eine Weile bleiben", gibt er sich für die weitere Kursentwicklung wenig optimistisch.

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