Konjunkturerholung
Mutige Anleger kaufen europäische Nebenwerte

Einige Anlageexperten setzen in Europa auf eine weitere Konjunkturerholung und investieren in Nebenwerte mit hohem Potential. Als besonders chancenreich gelten Papiere aus der Gesundheitsbranche, im Baustoff- und Internetsektor, sowie die Erneuerbaren Energien.
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FRANKFURT. Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Europa haben sich von ihrem Einbruch im Zuge der Finanzkrise etwas erholt. Ganz vorne in der Rangliste liegt auf Zwölfmonatsbasis der ING Invest Europe Opportunities I. Etwas mehr als 26 Prozent haben die Anteile an Wert gewonnen (siehe Tabelle). Auf Platz zwei nur knapp dahinter liegt der Morgen Europa Aktien Universal Fonds, der im gleichen Zeitraum knapp 25 Prozent zulegte.

Valentijn van Nieuwenhuijzen von ING Investment Management schätzt, dass die Wirtschaft in Europa in den kommenden Monaten überdurchschnittlich wachsen wird. Die Wachstumseffekte des Lagerzyklus, der Fiskalpolitik und der Weiterentwicklung des Finanzsystems bestünden unvermindert fort, sagt der Experte.

Auch bei der Unicredit rechnen die Experten damit, dass das Umfeld für Aktieninvestments günstig bleibt. "Seit Anfang des Jahres haben sich die Frühindikatoren kontinuierlich verbessert, zuerst die Sentimentindikatoren, dann die Auftragseingänge, dann die Industrieproduktion. Wir erwarten, dass sich der Aufwärtstrend bis in das Jahr 2010 fortsetzt, getrieben von einer Erholung der Konjunktur", sagt Stratege Tammo Greetfeld.

"Die Wende kommt, wenn die Konjunkturerwartungen einen Grad an Optimismus widerspiegeln, der sich nicht mehr steigern lässt", so sagt Greetfeld, "an dem Punkt sind wir aber noch nicht. Das wird im ersten Halbjahr 2010 der Fall sein. Dann werden die Frühindikatoren ihren nächsten zyklischen Wendepunkt erreichen - aber auch erst dann".

Auch Gillian de Candole, Fondsmanagerin von Schroders, geht davon aus, dass die Rally an den Aktienmärkten noch ein bisschen weitergeht. "Viele Anleger haben den Anfang dieser Aktienrally verpasst und der ?Geldberg?, der sich in den Speichern der Finanzmärkte aufgebaut hat, wurde erst im Laufe des Sommers in Aktien umgeleitet."

De Candole setzt vor allem auf europäische Unternehmen mit einer geringen Marktkapitalisierung, so genannte Small Caps. "Häufig verhalten sich Small Caps wie Derivate mit hohem Beta: Sie steigen bei einer Hausse stärker als der Markt, doch dafür haben sie unter einer Baisse stärker zu leiden, was teilweise auf die geringere Liquidität zurückzuführen ist", sagt die Fondsmanagerin von Schroders.

Die Small Caps seien während der Krisenmonate stark unter Druck geraten und hätten die Volatilität an den Märkten kräftig zu spüren bekommen. "Seit Anfang März dieses Jahres konnten sie jedoch zunehmend von der wirtschaftlichen Erholung profitieren und haben sich besser entwickelt als der breite europäische Markt", sagt de Candole. Attraktive Sektoren sind der Expertin zufolge vor allem die Gesundheitsbranche, Baustoffe, Internet und Erneuerbare Energien.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter
Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen

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