„Konjunktursensibel“
Telemedienfonds gehen verschiedene Wege

Der Begriff Telemedien umfasst eigentlich schlicht Unternehmen der Tele- und Mediendienste. Allerdings grenzt „jede Fondsgesellschaft diese Thematik für ihre Telemedienfonds anders ab“, sagt Jan Richter, Analyst des Beratungsunternehmens Fondsconsult. Entsprechend groß ist die Vielzahl unterschiedlicher Produkte in dieser Fondskategorie.

HAMBURG. Rang sieben unter 34 Fonds dieser Gruppe belegt im aktuellen Zwölf-Monats-Ranking der Indexfonds Dow Jones Stoxx 600 Media von Indexchange mit einer Wertentwicklung von 7,54 Prozent (siehe Tabelle). Der Fonds bildet den Preisindex ab, der ausschließlich aus Medienunternehmen aus 17 europäischen Ländern besteht. Momentan finden sich im Fonds 37 Unternehmen, wobei Firmen aus Großbritannien und Frankreich 77 Prozent des Portfolios ausmachen. Die größte Beteiligung ist der französische Medienkonzern Vivendi mit über 18 Prozent, es folgen die britische WPP Group und Reed Elsevier aus den Niederlanden mit jeweils über sechs Prozent.

Deutlich breiter investiert der Telemedienfonds des Deutschen Investment-Trust (Dit), der Dit-Multimedia. Der Fonds legt weltweit an, mit Schwerpunkt auf US-Firmen, die 54,5 Prozent des Portfolios stellen. Zudem umfasst das auch den Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsbereich. Diese Vielfalt hat der Performance in den vergangenen zwölf Monaten jedoch nicht gut getan. Der Fonds liegt mit minus 2,06 Prozent auf Rang 31 von 34 Fonds. „Wir waren stark in Technologiewerten engagiert. Und die haben sich schlechter entwickelt als Telekom- und Medienfirmen“, sagt Fondsmanager Heinrich Ey. Außerdem habe sich die hohe US-Gewichtung negativ ausgewirkt.

Eys Marktausblick ist verhalten: Wegen des Trends zum Online-Geschäft und zur Direktwerbung betrachtet der Dit-Manager die klassischen Sektoren Zeitung und TV skeptisch, den US-Mediensektor gewichtet er unter. Positive Wetten geht er dort jedoch auf Newscorp und Time Warner sowie in Europa auf Reuters ein. Bei den Telekomfirmen gewichtet er Vodafone und Cosmote über und im Technologiebereich SAP, Cenith und SAF.

Für Fondsconsult-Analyst Richter fehlt dem Dit-Fonds die Produktklarheit. „Es ist durchaus fraglich, ob SAP in einen Multimedia-Fonds gehört“, sagt Richter. Außerdem habe sich der Fonds konstant schlechter entwickelt als seine Benchmark, die sich aus verschiedenen Indizes zusammensetzt. Auch der Indexfonds gehört nicht zu Richters Empfehlungen. „Generell ist eine Investition in einen derart eng abgegrenzten Sektor für einen Privatanleger sehr schwierig. Zudem sind Telemedienaktien ausgesprochen konjunktursensibel“, erklärt Richter.

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