Konservative Fonds
Mischfonds-Manager sehen Aktien skeptisch

Für Carmen Daub hat sich der Schwerpunkt auf osteuropäischen Währungsanleihen ausgezahlt: Ihr OP Bond Euro Plus der Kölner Fondsgesellschaft Oppenheim Pramerica konnte sich nach Monaten an die Spitze des Rankings schieben. Ihre Methode wurde dabei von hoher Stelle gelobt.

HAMBURG. Carmen Daub hat es geschafft: Nachdem der von ihr betreute OP Bond Euro Plus über Monate hinweg nur den zweiten Platz belegte, steht er im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der Kategorie „Mischfonds Konservativ“ ganz oben (Tabelle). Den angesichts schwacher Rentenmärkte respektablen Zuwachs von 8,16 Prozent begründet die Managerin der Kölner Fondsgesellschaft Oppenheim Pramerica unter anderem mit erfolgreichen Wetten auf Lokalwährungsanleihen aus Osteuropa. „Diese Anleihen liefen sehr gut, insbesondere die Papiere aus Polen, der Slowakei und Ungarn“, sagt Daub.

Aktuell ist der OP Bond Euro Plus mit etwa 40 Prozent des Fondsvermögens in Osteuropa investiert, wobei Daub Renten insgesamt mit 72 Prozent gewichtet. Auf der Aktienseite gibt sich die Fondsmanagerin mittelfristig zwar optimistisch, schöpft die zulässige Höchstgrenze von 30 Prozent mit derzeit 24 Prozent aber nicht aus.

Auch Anton Hanskötter hält sich derzeit an den Aktienmärkten zurück. Der Manager des mit einem Zwölf-Monats-Plus von 7,65 Prozent auf Rang drei liegenden Degussa-Bank-Universal-Rentenfonds darf dort bis zu 25 Prozent investieren, tut dies derzeit aber nur mit 15 Prozent. „Die Aussichten sind zwar durchaus noch attraktiv, doch die Gefahr für Rückschläge nimmt zu“, sagt Hanskötter, der die Aktienquote vorerst nicht aufstocken will. Vorsichtig ist er auch am Rentenmarkt: „Angesichts der weiterhin eher ungünstigen Aussichten fühlen wir uns derzeit vor allem mit Engagements am kurzen und am langen Laufzeitende wohl“, sagt der Degussa-Bank-Manager, der auf Sicht von zwölf Monaten mit einer weiteren Verflachung der Zinskurve rechnet.

Anders als Daub, die sich sowohl auf der Aktien- als auch auf der Rentenseite auf Europa beschränkt, kann Hanskötter in beiden Bereichen weltweit anlegen. Dabei agiert er grundsätzlich konservativer. So dominieren in seinem Fonds Euro-Anleihen, die derzeit 80 Prozent des Portfolios ausmachen. „Auf Fremdwährungen lautende Papiere dienen lediglich zur Beimischung“, sagt er.

Bei Harald Weber stößt der bei Universal Investment aufgelegte Fonds auf wenig Gegenliebe. „Er liefert zwar solide Ergebnisse, hebt sich aber kaum aus der Masse konservativ gemanagter Mischfonds ab“, urteilt der geschäftsführende Gesellschafter des Fonds-Zentrums Nürnberg. Für weitaus überzeugender hält Weber dagegen den Ansatz, den Daub mit dem OP Bond Euro Plus verfolgt: „Die hohe Gewichtung osteuropäischer Papiere lieferte bislang bei einer nur wenig höheren Schwankungsbreite eine deutliche Zusatzrendite“, lobt er.

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