Konsum-, Technologie- und Finanztitel: China-Fonds profitieren von Tech-Rally in Taiwan

Konsum-, Technologie- und Finanztitel
China-Fonds profitieren von Tech-Rally in Taiwan

Während die Chinesen ihr Neujahrsfest zelebrieren, kann Louisa Lo auf ein erfolgreiches Börsenjahr zurückblicken: Mit einem Plus von 37 Prozent über zwölf Monate steht der von ihr gemanagte Schroder ISF Greater China an der Spitze aller China-Fonds, die auch in Hongkong und Taiwan, also in "Greater China" investieren (Tabelle).

HAMBURG. Zur guten Wertentwicklung hat nach Ansicht der Schroders-Managerin vor allem eine gezielte Einzeltitelauswahl in Taiwan beigetragen: "Dort wurden die Erträge von der unerwartet starken Nachfrage nach Technologieprodukten getrieben." Aktuell hat Lo Taiwan in ihrem 249 Millionen Euro schweren Fonds mit 40 Prozent am stärksten gewichtet, gefolgt von Hongkong mit 35 Prozent und China mit 23 Prozent. Auch für das laufende Jahr ist Lo optimistisch: "Wir setzen weiter auf die Chancen, die sich in dieser Region bieten, zudem das Wachstum weit über dem Niveau der entwickelten Märkte bleiben dürfte." Die größten Chancen sieht Lo dabei in den Sektoren Technologie, Finanzen und Konsumgüter.

Eine Einschätzung, die auch Martin Lau von First State teilt. "Chinas Konsumenten werden im Laufe dieses Jahres noch jeden überraschen", prophezeit der Manager des zweitplatzierten First State Greater China Growth. Im Portfolio seines 95 Millionen Euro schweren Fonds setzt er daher zum einen auf chinesische Konsumunternehmen und zum anderen auf taiwanesischen Technologieproduzenten. Bei der Auswahl seiner Einzeltitel verfolgt Lau einen rigorosen Stockpicking-Ansatz. Zu seinen Favoriten gehören aktuell der Halbleiterhersteller Taiwan Semiconductor sowie die Computerfirma Acer. "Der Technologiesektor hat sich vor allem zum Jahresende aufgrund guter Umsätze in den USA sehr gut entwickelt", erläutert Lau. Zudem seien die Exportaufträge für Taiwan angestiegen, so dass auch weiterhin von einem stabilen Exportgeschäft ausgegangen werden könne.

Darüber hinaus sieht er großes Potenzial im Bereich der Finanzdienstleistungen. Lau: "In China leben rund 1,3 Milliarden Menschen, von denen gerade einmal 20 000 eine Kreditkarte besitzen." Angesichts steigender Löhne und einer Sparquote von rund 40 Prozent sei dies ein Markt mit hohen Wachstumsaussichten. Bei der Länderverteilung setzt Lau am stärksten auf Hongkong mit 41 Prozent vor China (30 Prozent) und Taiwan (27 Prozent). Obwohl der First-State-Manager die Bewertungen der Region nach wie vor für sehr attraktiv hält, warnt er jedoch vor zu hohen Erwartungen: "Wir gehen davon aus, dass die höheren Rohstoff- und Ölpreise die Wirtschaftswachstumsrate Chinas 2006 schmälern könnte", so Lau. Zudem stelle der Protektionismus in den USA nach wie vor ein bedeutendes Investitionsrisiko im Bereich der exportorientierten Unternehmen dar.

Kerstin Jaumann, Der Fonds

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