Krise von 2005 offenbar überstanden
Hohe Nachfrage stützt offene Immobilienfonds

Viele Anleger rieben sich verdutzt die Augen: Als die Deutsche Bank im Dezember 2005 zum ersten Mal einen ihrer Immobilienfonds schloss, schien eine Welt zusammenzubrechen.

HB FRANKFURT. Viele Jahre lang galten offene Immobilienfonds geradezu als Paradebeispiel für eine Anlage, die selbst größte Skeptiker noch ruhig schlafen ließ. Doch nun war es mit der Ruhe vorbei. Immobilienfonds bestimmten über Wochen die Schlagzeilen, auf dem Höhepunkt der Krise zogen die Anleger Milliarden Euro ab.

Rund ein Jahr nach dem großen Knall haben sich die Wogen wieder geglättet. Der deutsche Immobilienmarkt erholt sich, die Rendite der Fonds steigt und die Anleger stecken wieder Geld in die Fonds. Experten sind sich einig: Die Krise von damals ist zwar überstanden, doch ganz ausschließen kann man eine neue Schieflage nicht. Fondsanbieter und Anleger hätten ihre Lektion allerdings gelernt.

„Letztendlich ist das Ganze relativ glimpflich ausgegangen. Aber so eine Krise, dass viele auf einmal aus einer Anlageklasse aussteigen, kann immer wieder passieren, nicht nur bei Immobilien, sondern auch in anderen Märkten“, sagt Analyst Dietmar Herbach von Fondsconsult.

Vor allem die gute Entwicklung des deutschen Immobilienmarktes hat nach Einschätzung der Experten geholfen, die Probleme zu bewältigen. Vor allem die Ausrichtung auf den jahrelang vor sich hindümpelnden deutschen Immobilienmarkt, der auf die Fondsrenditen drückte, gilt vielen Experten als Ursache der Misere. „Die Nachfrage nach Immobilien ist hoch. Viele Fondsanbieter haben die Chance genutzt und ihre Portfolios bereinigt und neu aufgestellt“, urteilt Wolfgang Kubatzki, Leiter des Bereiches Immobilien beim Analysehaus Feri. Das sieht auch Sonja Knorr von der Ratingagentur Scope so: „Durch die Verkäufe kam es zu steigenden Renditen, die wiederum die Anleger angezogen haben.“

Der Fall Grundbesitz-Invest war nur der Auslöser. Wenig später musste der Anbieter KanAm die Rücknahme der Anteile bei zwei Fonds aussetzen, nachdem Scope mit einer Verkaufsempfehlung eine Flucht der Anleger ausgelöst hatte. Sie fassten nur langsam wieder Vertrauen. Erst im letzten Vierteljahr 2006 floss wieder mehr Geld in offene Immobilienfonds hinein als die Anleger von dort abzogen.

Unter dem Strich bleibt dennoch ein dickes Minus: Das Fondsvermögen schrumpfte im vergangenen Jahr um zehn Mrd. auf 75 Mrd. Euro. Die Anleger kamen letztlich mit einem blauen Auge davon. Die Rendite offener Immobilienfonds stieg 2006 um 4,3 Prozent, in den Jahren zuvor waren es jeweils knapp über drei Prozent.

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