Kritik an Dachfonds
Madoff-Skandal: Hedge-Fonds handelten zu fahrlässig

Zahlreichen Dach-Hedge-Fonds droht als Folge des Madoff-Skandals nicht nur ein weiterer kräftiger Kapitalabfluss, sondern möglicherweise sogar die Schließung. Anleger werfen jenen Dachfonds, die in der Vergangenheit Geld in die Hedge-Fonds von Bernard Madoff investiert haben, schlichtweg Versagen vor.

FRANKFURT. "Das ist der Todesstoß für die Hedge-Fonds-Branche in ihrer derzeitigen Struktur", sagt ein deutscher Dachfondsmanager. Der Vorwurf: Dach-Fonds sollen bei der Überprüfung der von den Madoff-Fonds verfolgten Strategien nicht die bei der Geldanlage notwendige Sorgfalt an den Tag gelegt haben. Gleiches gelte auch im Hinblick auf die Person von Bernard Madoff selbst. Experten bezeichnen diesen in der Hedge-Fonds-Branche seit Jahrzehnten immer wieder ausführlich beschriebenen Prozess der eingehenden Prüfung und Kontrolle als Due Diligence. Der Fall Madoff sei in dieser Hinsicht jedoch eine sehr teure Lehrstunde, sagt Jerome de Lavenere Lussan von der Beratungsgesellschaft Laven Partners.

Durch enttäuschende Anlageergebnisse auf der einen und den aktuellen Skandal auf der anderen Seite droht zahlreichen Hedge-Fonds im kommenden Quartal eine weitere Kündigungswelle. Bereits in den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Investoren ihren Hedge-Fonds-Managern bereits die Rote Karte gezeigt und massiv Kapital abgezogen. Dies hatte dann zur Liquidierung von Fonds-Positionen und zu starken Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten geführt. Eine ähnliche Entwicklung droht auch im kommenden Quartal und zu den nächsten Kündigungsterminen.

Einige Fondsanbieter haben bereits Maßnahmen ergriffen, indem sie keine Kündigungen und damit keine Kapitalrückflüsse mehr zulassen. So wurde jetzt bei einigen Hedge-Fonds berühmter Anbieter wie Cerberus Capital Management, Rab Capital, Harbinger Capital Partners, Pardus, Citadel und Blue Mountain die Möglichkeit der Kündigung begrenzt. Gleiches gilt für den zur Bank Julius Bär gehörenden britischen Hedge-Fonds GAM, der seinen Investoren ab sofort nur noch einmal im Quartal die Möglichkeit zur Kündigung und zum Rückzug des Kapitals einräumt. Bisher hatte GAM diese Möglichkeit auf einer monatlichen Basis eingeräumt. Auf diese Weise will die schrumpfende Hedge-Fonds-Branche einem grundsätzlichen Liquiditätsengpass und dementsprechend auch "Notverkäufen" von Portfolio-Bestandteilen vorbeugen.

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