Kritik an der Deutschen Börse
Derivate-Anleger fordern längere Handelszeiten

Der durchschnittliche Zertifikate- und Optionsschein-Anleger fühlt sich kompetent, gut informiert und handelt selbstbestimmt. Die große Mehrheit (88 Prozent) von 2 100 befragten Derivate-Anlegern trifft die Kaufentscheidung allein und ohne Bankberater.

DÜSSELDORF. Hauptinformationsquellen sind Zeitungen, Zeitschriften und das Internet. Das ist das Ergebnis der vom bankenunabhängigen Finanzportal Onvista initiierten Anleger-Umfrage, die dem Handelsblatt vorab vorliegt.

In seinen Rubriken "Optionsscheine" und Zertifikate" befragte die nach eigenen Angaben meistgenutzte Derivateseite im deutschen Netz seine Nutzer zum dritten Mal nach ihren Anlagegewohnheiten. Danach besteht das Wertpapierdepot zu 40 Prozent aus Derivaten. Der Rest entfällt auf Aktien (37 Prozent), Fonds (16 Prozent) und Anleihen (sieben Prozent). Die meisten Anleger verfügen über ein Depotvolumen von 20 000 bis 50 000 Euro.

Alle Derivategattungen mit Ausnahme der Optionsscheine haben in den vergangenen drei Jahren mehr Zuspruch bekommen. Besonders stark gestiegen ist die Popularität von Discount-Zertifikaten: 28 Prozent der Befragten geben an, damit zu handeln. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozentpunkte. Beim Kauf eines Discount-Zertifikats erhält der Anleger den zugrunde liegenden Basiswert - meist eine Aktie oder ein Index - mit einem Abschlag (Discount) auf den aktuellen Kurs. Im Gegenzug wird der mögliche Kursgewinn bis zum Laufzeitende des Discountzertifikats nach oben durch einen fixen Höchstbetrag (Cap) begrenzt.

Wesentlich zugelegt hat auch der Handel mit "Knock-Out-Produkten, von 36 Prozent im Jahr 2002 auf jetzt 56 Prozent. Bei dieser erst einige Jahre alten Gattung verfällt der gesamte Einsatz, wenn ein bestimmtes Kurslimit über- oder unterschritten wird. Anders als bei Optionsscheinen schätzen Anleger bei Knock-Out-Produkten (Turbo- und Short-Zertifikate) aber die Berechenbarkeit: Es gibt kein Risiko einer fallenden oder steigenden Volatilität (Marktschwankungen), die den Gesamtpreis eines Optionsscheins mitbestimmt. Weil sich der Preis bei Zertifikaten exakt im Voraus und für jede Kursentwicklung berechnen lässt, halten viele Anleger das Produkt für transparenter.

Eine große Rolle spielt für Optionsschein- und Zertifikate-Anleger der Abendhandel. Diesen hatte die Deutsche Börse eingeschränkt, weil immer weniger Anleger nach 17.30 Uhr Geschäfte tätigten. Während im Gesamthandel nur ein Prozent auf die Zeit zwischen 17.30 und 20 Uhr entfällt, wünscht die Mehrheit der Befragten sogar den Handel bis 22 Uhr (siehe Grafik). Zu dieser Zeit schließt die Leitbörse in New York - mit ihren Vorgaben für den Rest der Welt.

Meistgelesene Printmedien sind wie im Vorjahr bei den Zeitschriften Börse Online (37 Prozent) und bei den Tageszeitungen das Handelsblatt (27 Prozent). Mit Abstand folgen Euro am Sonntag, FAZ und das Zertifikate-Journal mit jeweils 16 Prozent, FTD mit 15 und die Wirtschaftswoche mit 14 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%