Kritik vom Verband: Deutsche Bank gerät wegen Todesfonds unter Druck

Kritik vom Verband
Deutsche Bank gerät wegen Todesfonds unter Druck

Finanzwetten auf den Tod von Menschen? Was makaber klingt, ist für die Deutsche Bank ein rentables Finanzprodukt. Doch der moralische Aspekt stört nun auch den Bankenverband derart, dass der Geduldsfaden reißt.
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FrankfurtDie Deutsche Bank gerät wegen eines ethisch zweifelhaften Fonds mit einer morbiden Anlage-Idee erneut in die Kritik. Die Ombudsstelle des Bankenverbandes verurteilte laut einem „Spiegel“-Bericht einen Fonds der Bank, bei dem auf die Lebenserwartung von Menschen spekuliert wird. „Dies ist mit unserer Wertordnung, insbesondere der in ihrem Mittelpunkt stehenden Unantastbarkeit der menschlichen Würde, kaum in Einklang zu
bringen“, schrieb die Ombudsstelle laut dem Nachrichtenmagazin einem Anleger.

Ein Gericht müsse nun die Frage klären, ob die „Wette auf die Lebensdauer eines ausgewählten Personenkreises nicht gegen sich aus unserer Sittenordnung ergebende Verhaltensverbote verstößt“. Die Bank wollte sich zu dem Bericht am Sonntag auf Anfrage nicht äußern. Der Fonds „db Kompass Life 3“ ist dem Bericht zufolge einer von drei Lebensversicherungsfonds, für die die Deutsche Bank über 700 Millionen Euro bei Kleinanlegern eingesammelt hat. Dabei biete sie eine Art Wette auf die Restlebensdauer von rund 500 Personen an. Das Produkt basiere auf komplexen versicherungsmathematischen Modellen.

Die Fonds funktionieren so: Vor allem in den USA gibt es einen Zweitmarkt für Lebensversicherungen. Wer in Amerika eine Lebensversicherung besitzt und über das gesparte Geld früher als vereinbart verfügen will, kann sie an Dritte verkaufen. Die Betroffenen erzielen dabei oft einen besseren Preis, als wenn der Versicherer die Police zurücknimmt. Der Käufer zahlt einmalig eine Summe aus. Er übernimmt es fortan, die monatlichen Prämien des Versicherten zu begleichen, und erhält dafür die gesamte Versicherungssumme ausgezahlt, wenn der Versicherte stirbt. Aus Sicht des Käufers bedeutet ein früher Tod einen Gewinn. Ein langes Leben dagegen reißt ein Loch ins Portemonnaie.

Deutsche Bank

Ergebnis von Steuern der Geschäftsbereiche in Mrd. Euro

Diskussionen um die Fonds kursieren bereits seit einiger Zeit, das Handelsblatt berichtete bereits 2010 über das fragwürdige Finanzprodukt. Anleger beklagten unter anderem, dass der Fonds nicht die erhofften Gewinne abwirft. Schuld am ausbleibenden Geldsegen ist der menschliche Faktor. Gestorben wird immer, haben die Fondsmanager gedacht und sich etwa an die Mahnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO erinnert.

Herzinfarkt, schreibt die WHO in ihren Untersuchungen zur Lebenserwartung, sei weltweit die Todesursache Nummer eins. Hoher Blutzucker, Bluthochdruck, mangelnde körperliche Betätigung mit der Folge, dass der Betroffene zu dick wird - all das lässt weltweit mehr Menschen sterben als Unterernährung.

Vor allem Amerikaner frönen einem ungesunden Lebensstil. Doch wer auf einen frühen Tod spekuliert, hat sich getäuscht: Die Lebenserwartung eines heute 60-jährigen Mannes beträgt 89,45 Jahre, heißt es etwa beim deutschen Großversicherer Debeka. Vor sechs Jahren lag die Schätzung nur bei einem Alter von gut 85 Jahren. Das längere Leben verdanken wir dem medizinischen Fortschritt. Und den haben die Fondsmanager nicht ausreichend berücksichtigt.

Kommentare zu "Deutsche Bank gerät wegen Todesfonds unter Druck"

Alle Kommentare
  • Ach "DemkraT", Sie tun mir leid. Keine Ahnung, abr auf tumbe Schlagzeilen regieren ohne den Verstand zu benutzen.

    Jede "Lebens"versicherung ist eine Wette auf bzw. gegen den Tod.
    Jede Krankenversicherung ist eine Wette gegen die Wahrscheinlichkeit, krank zu werden.
    Jede Kfz-Hafpflichtversicherung ist eine Wette dagegen, aus Versehen (oder auch im Suff) andere Verkehrsteilnemer zu schädigen - körperlich oder finanziell.

    Ihrer Logik folgend sind als zumindest alle Versicherungen, die Menschen - oder deren Nachkommen - gegen die Widrigkeiten des Lebens (inklusive der finalen, dem Tod), "Produkte mit braunem Anstrich".
    Armes Deutschland, wenn Menschen wie Sie, denen die Benutzung des Gehirns arge Schwierigkeiten bereitet, die öffentliche Meinung bestimmen (ein paar Ihrer Art sitzen ja auch in sogenannten "Verbraucherschutzorganisationen", die oft nur die Entmündigung der Menschen fordern.

  • Vielen Dank für den Hinweis! Ethisch mag es sicher zu hinterfragen sein ob das Geschäft mit dem Tod sauber ist, aber der Erwerb von den Policeninhabern ist in der Tat freiwillig. Und nicht nur das. Nach amerik. Recht erhalten die Inhaber oft auch gar kein Geld, so wie man es in Deutschland gewohnt ist. Meist sind es nach unserem Verständnis Risikolebensversicherungen, die nur nach dem Tode gezahlt werden. Der Verkäufer erhalt also Geld, was er nie "im Leben" gesehen hätte und kann sich zumindest freuen etwas von seinem Geld auch wieder selbst zu gebrauchen. Der Fonds übernimmt ja dann die Zahlung bis zum Tode, also auch das Risiko, lange zu zahlen und ggf. auch das Risiko nur eine unterdurch-schnittliche Rendite zu erzielen. Aber da Fakten die Teilnehmer dieser Runde nicht interessieren sei es nur ein Beitrag für die, die sich wirklich für das Sachliche interessieren. Übrigens, in Deutschland gibt es über 80 Mio. LV´s die alle darauf abzielen, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen!!! Und die die sowas nicht haben, können ihr Geld trotzdem gern sinnerfüllend verkonsumieren. Das tötet hoffentlich niemanden.

  • wie geschmacklos ist denn diese Geldanlage!
    Wo ist denn eigentlich der Kodex; wer gibt morgen den Löffel ab und wer übermorgen?????? Bei Adolf gab es den Begriff" lebensunwertig". Bestimmt das jetzt eine Bank????
    Und dieses Produkt hat einen verdammt braunen Anstrich.

    Armes Deutschland, wie tief bist Du gesunken!

  • Liebe Lebensversicherte,

    da Sensationsjournalisten und bigotte Moralapostel einen Orgasmus durch Miesmachen eines "Clearingmechanismus" zwischen Versicherten und potentiellen Geldanlegern gebraucht haben, müsst Ihr zukünftig mit niedrigen Rückkaufwerten leben, wenn Ihr Geld braucht oder aus anderen Gründen Eure Lebensversicherung nicht mehr fortsetzen wollt / könnt.
    Die Anleger hätten Euch gerne (z.B.) 80% bezahlt und wären grundsätzlich mit der Rendite zufrieden, die sich ergibt, wenn Ihr das Ablaufdatum erlebt. Natürlich gilt bei Lebensversicherungen grundsätzlich, dass sie sich am meisten für den Begünstigten lohnen, wenn der Versicherte vor Ablauf stirbt. Das ist die Natur der Lebensversicherung. Aber das ist nicht die Grundlage der Kalkulatio.
    Wie dem auch sei, da der Ankauf von Lebensversicherungen ja jetzt von der tumben Masse als "bäh" betrachtet wird, werdet Ihr zukünftig Eure Kapitallebensversicherung kündigen und mit dem Rückkaufswert von 60% oder weniger zurecht kommen müssen - oder Ihr geht zu einem ausländischen Aufkäufer, dem die Meinung der deutschen Bedenkenträger egal ist. Natürlich werden die aufgrund der fehlenden Konkurrenz auch nicht mehr so viel bieten. Und bei der Auswahl schön vorsichtig sein - es mag auch den einen oder anderen Aufkäufer, der ein bisschen mehr bietet - ggf. aber auch bei der plötzlichen Steigerung seiner Rendite nachhilft.

    Die (nicht mehr) Fondsverwalter

  • Es ist unglaublich, was unserer Gutmensch Presse so alles für einen Unsinn veröffentlicht.
    Dann sollte man Lebensversicherungen auf das Leben- die ebenfalls bei frühem Tod für die
    Versicherung ein gutes Geschäft und bei spätem Tod nachteilig sind- gänzlich verbieten.

  • Ok. Das ist eine logische Erklärung für dieses Finanzprodukt. Rein von der Logik her macht dieses Finanzprodukt absolut Sinn, denn es hilft in Not geratenen Menschen.

    Dieses Finanzprodukt hat aber eine indirekte Implikation:

    Je früher jemand stirbt, desto besser.


    Ist es also das, was die US-Amerikaner seit ihrer Unabhängigkeitserklärung erreicht haben ?

    "Wer kein Geld hat, der muss sterben"

  • Es geht nicht darum, wer dieses Finanzprodukt entwickelt hat, sondern um die Unternehmenskultur der Deutschen Bank, die unter Ackermann jegliche Abgründe erreicht hat, die in einer Demokratie möglich ist.

    Die Frage ist: wozu ist der Finanzfaschismus fähig, wenn die demokratischen Strukturen wackeln, weil z.B. das Finanzsystem zusammengebrochen ist.


    Was hat die Weitsicht von intelligenten Menschen mit braunem Mist zu tun ?!

    Jochen Sanio hat in seiner Abschiedsrede ganz klar herausgehoben und deutlich unterstrichen, dass die Strukturen in der Finanzbranche die gleichen geblieben sind, wie vor der Finanzkrise. D.h. dass die Finanzindustrie immer noch die politische Macht eine Demokratie zu erpressen.


    Alles was hier geschrieben wird, ist politisch gesehen natürlich alles sinnloses Geschwätz - bis zu dem Zeitpunkt, wenn jemand mit dieser Überzeugung irgendwann an den politischen Schalthebeln sitzt. Ob nun ich das bin oder jemand anders ist vollkommen egal. Das wichtige ist, dass man nicht vergessen darf, wer den Adolf in Wirklichkeit nach oben gebracht hat und wer alles finanziert hat.
    Deswegen ist es jetzt auch politisch überlebenswichtig, dass Europa sich auf die Seite von Russland/China schlägt, um der zionistischen Bestie USRael zu zeigen:

    1938 ist Euer Datum. Entweder Ihr ändert Euch oder Ihr seid hier nicht mehr willkommen.



    Aber mit so einem Aussenminister wie Westerwelle hätten wir nicht mal die Schweiz dazu bewogen das "Steuerparadies" für Kriminelle auszutrocknen. Der einzige, dem Westerwelle politischen Druck machen kann, ist wahrscheinlich sein Lebenspartner - wenn überhaupt.

  • Der "Todesfonds" ist doch Boulevard-Journalismus. Das Verkaufen einer Lebensversichtung ist doch häufig attraktiv, da der Preis höher ist als der Rückkaufswert, den der Versicherer zahlt. Und es geht doch um Kapitallebvensversicherungen, oder verstehe ich das etwas miss? In der Regel erleben die Versicherten die Auszahlung. Sie haben sie nur vorher abgetreten.
    Der frühzeitige Todesfall hebt allerdings die Rendite, das bleibt nicht aus.

  • Also ich schliesse mich Icke an.
    Keiner wird gezwungen, seine Versicherung zu verkaufen. Oft sind es auch alleinstehende Immobilienbesitzer, die die Versicherung zur Absicherung ihrer Finanzierung abschliessen mussten. Da diese abbezahlt ist, ist die Versicherung nicht mehr nötig und der Versicherungsnehmer kann sich so ein Zusatzkapital schaffen.
    Ich finde es faszinierend, wie sehr doch die Deutsche Bank durch den Dreck gezogen wird. Als ob sie die einzige Bank wäre, die nur böse Sachen macht. Klar, wer sich nicht auskennt, holt sich die Infos aus der Presse und am meisten Publicity bekommt man als Journalist natürlich mit der größten deutschen Bank... Ich komme von einer anderen Privatbank, deren Anbieter für geschlossene Beteiligungen diese Anlagemöglichkeit mit Policen aus Amerika und Grossbritanien anbietet.
    Vergleiche wie "Zweifinger Rotzbremse" sind derart lächerlich und null konstruktiv! Was hat das mit den Anlagemöglichkeiten von Kreditinstituten zu tun? Vielleicht hat ein Jude oder von Juden abstammender Banker das Produkt mitentwickelt? Oder ein Moslem? Was ist dann? Alle Nazis??? Ihr seid der Typ Deutsche, weshalb unser Land nicht von dem braunen Mist wegkommt.

  • Zunächst: Diesen Zweithandel mit Lebensversicherungspolicen gibt es schon längst, im angelsächsischen Raum hat er sogar eine gewisse Bedeutung. Dabei gewinnt tatsächlich ein Dritter, der Käufer, ein gewisses Interesse am baldigen Ableben des Verkäufers. Letzterer befindet sich da in guter Gesellschaft mit potentiell reichen Erblassern, mit dem kleinen Unterschied, daß er die Person(en), die im an den Kragen wollen, nicht kennt. Honni soit qui mal y pense!
    Persönlich kann mondahu der Idee nichts Gutes abgewinnen, zu wissen, daß da jemand herumläuft, der die Tage bis zu seinem Ableben zählt. Er hat deshalb auch seinen potentiellen Nachlaß "entpersönlicht".
    Die Deutsche Bank handelt hier im übrigen völlig branchenkonform, vielleicht hat sie die typisch deutschen Befindlichkeiten unterschätzt und hätte den Vertrieb dieser Produkte besser auf den angel-sächsischen Raum beschränkt.

    Schuld an diesem etwas anrüchigen Geschäftsmodell haben im übrigen die Lebensversicherungen mit ihren unrealistisch niederen Rückkaufangeboten. Die Existenz eines solchen Sekundärmarktes beweist deutlich, daß die Versicherungen auch mit anständigen Rückkaufpreisen auf ihre Kosten kommen könnten. Dann wäre der Spuk schnell am Ende.


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