Kurse könnten sich dank verbesserter Medikamentenzulassung in den USA stabilisieren
Biotech-Fonds erholen sich wieder

Bei Biotech-Werten müssen Fondsmanager genau hinschauen. Laut Beratungshaus Ernst & Young gibt es derzeit 4300 Unternehmen weltweit, von denen 613 an der Börse notiert sind. Dabei können bisher nur die wenigsten dieser Gesellschaften auf ein gesundes Rentabilitätsfundament bauen, das den wirtschaftlichen Erfolg sichert.

HB/vwd FRANKFURT/M. Damit bleiben die Titel dieser Zukunftsbranche einem hohen Schwankungsrisiko unterworfen. Einige Fondsmanager versuchen gezielt, von diesem Auf und Ab zu profitieren. Andere agieren vorsichtiger und vermeiden die „High-Beta-Werte“, die besonders stark von der Marktentwicklung beeinflusst werden, oder mischen weniger volatile Pharmawerte bei.

Cyrill Zimmermann, Fondsmanager des „Swiss Life Funds (Lux) Equity Biomedical C“ setzt auf mittel- bis hochkapitalisierte Werte der Biotech-Branche, die bereits umsatzstarke Präparate im Markt platziert haben. Außerdem achtet er darauf, dass die Quote der Biotech-Aktien 60 % des Fondsvolumens nicht überschreitet.

Ganz anders geht Oliver Hein vor, der den „G&P- Boston Biotech“ verantwortet. Er konzentriert sich auf kleine bis mittelgroße Branchenunternehmen, von denen er derzeit nur 27 im Portfolio hält: „Wir wollen kein Biotech-Marktportfolio sein, sondern entscheiden uns für wenige aussichtsreiche Kandidaten. Wir laufen damit natürlich ein Risiko, aber wir wollen nicht dem allgemeinen Herdentrieb verfallen“, lautet seine Begründung. Während Hein mit dieser Strategie im vergangenen Jahr hohe Verluste von über 55 % eingefahren und damit deutlich schlechter als der Swiss-Life-Fonds abgeschnitten hatte, profitierte er in diesem Jahr besonders klar von den hohen Kursgewinnen bei den volatilen Nebenwerten. Insgesamt fuhr der G&P-Fonds per Ende Juli ein Jahresplus von rund 19,5 % ein und lag nur etwas hinter dem Swiss-Life-Produkt, das um knapp 22 % zulegte.

Beide Fondsmanager bewerten die Rahmenbedingungen für die Branche positiv: Die verbesserte Organisation der amerikanischen Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) reduziere das Risiko für die Branche: „Der Zulassungsprozess ist durch die Aufstockung des Personals schneller geworden, und durch die höheren Gebühren sind die Unternehmen bemüht, präzisere und qualitativ hochwertigere Studien einzureichen. Diese Situation wirke sich positiv auf die Volatilität der Biotech-Werte aus, sagt Zimmermann.

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