Kursgewinne der hochverzinslichen Firmenanleihen werden kaum noch erwartet, aber hohe Kupons sichern Renditen
Fonds für Junk-Bonds bieten gute Erträge

Fonds für hochverzinsliche Unternehmensanleihen haben sich für Anleger im vergangenen Jahr gelohnt: Sie legten kräftig zu. Die Fonds investieren in so genannte Junk-Bonds oder Schrottanleihen. Das sind festverzinsliche Wertpapiere von Unternehmen mit schlechten Bewertungen der Ratingagenturen – die Ratings liegen innerhalb der Spekulationsklasse.

FRANKFURT/M. Die Fonds boten im vergangenen Jahr hohe, zum Teil zweistellige Erträge. In diesem Jahr wird die Performance nach Ansicht von Fondsmanagern bescheidener ausfallen, aber die Fonds sollten sich immer noch lohnen. Andrew Jessop, leitender Portfolio-Manager bei Goldman Sachs Asset Management in New York, erwartet Gesamterträge von sechs bis acht Prozent. Barrie Whitman, Fondsmanager des Threadneedle European High Yield Bond Fund, rechnet in diesem Jahr mit einem Ertrag von acht Prozent. Auch Ian Spreadbury, Fondsmanager des Fidelity European High Yield Fund, erwartet Erträge im einstelligen Bereich.

Dabei dürfte der Großteil der Erträge nicht mehr auf Kursgewinne zurückgehen, sondern auf die hohen Zinsscheine. Junk-Bonds bringen im Schnitt vier Prozentpunkte mehr Rendite als Staatsanleihen der Industrienationen. Vor einem Jahr lagen diese Risikoaufschläge allerdings noch bei fast sechs Prozentpunkten. Das liegt unter anderem daran, dass die Ausfallrate der Anleihen, also das Risiko, gesunken ist: Nach Statistiken der Ratingagentur Moody’s konnten im Juli 2,9 Prozent aller als spekulativ eingestuften Unternehmen ihre Anleihen nicht bedienen. Vor einem Jahr lag diese Quote noch bei 5,8 Prozent. „Die Risikoaufschläge sind zwar niedrig, sind aber durch die gesunkenen Ausfallraten gerechtfertigt“, sagt Jessop.

Jessop rechnet für den Rest des Jahres damit, dass sich die Kurse von hochverzinslichen Unternehmensbonds mehr oder weniger seitwärts bewegen werden. Spreadbury von Fidelity hält sogar Kursverluste der Anleihen für möglich, da die guten Nachrichten eingepreist seien. Rückschläge befürchtet er, wenn die Aktienmärkte weiter fallen und die Volatilität der Aktien steigt. Denn obwohl sich hochverzinsliche Bonds in jüngster Zeit von den Aktienmärkten abgekoppelt hätten, würden Verluste der Aktien auch die Anleihen treffen, sagt er.

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