Kurspotenzial
Fondsmanager erwarten steigenden Goldpreis

Im Jahr 2001 erwachte Gold aus seinem Dornröschenschlaf und erklimmt seitdem immer höhere Preisniveaus. Im April dieses Jahres stieg der Preis für eine Feinunze Gold über die psychologisch wichtige Marke von 600 Dollar - dem höchsten Stand seit 26 Jahren.

HAMBURG. Erst zwei Jahre nach dem Start der Gold-Hausse kam der Gold Equity Fund der Schweizer Privatbank Julius Bär auf den Markt. Aus Sicht von Walter Wehrli, Manager und Geschäftsführer der Schweizer Beratungsgesellschaft Konwave, sei der Trend allerdings nicht zu spät erkannt worden: "Einen sehr ähnlich ausgerichteten Fonds haben wir bereits 1999 auf den Cayman Islands aufgelegt." In den letzten zwölf Monaten erzielte der Gold Equity Fund ein Plus von 81,84 Prozent und belegt damit unter 13 auf Goldminenaktien spezialisierten Fonds den dritten Rang (s. Tabelle). Wehrli verfolgt einen Investmentstil, der ausschließlich auf Unternehmenskennzahlen basiert. Er sucht nach Firmen, die aus seiner Sicht unter Wert gehandelt werden. Fündig wird er dabei aktuell vor allem bei kleinen und mittelgroßen Gesellschaften.

Auch Alfred Grusch räumt Gesellschaften dieser Größe Kurspotenzial ein: "Dort liegt das Bewertungsniveau meist deutlich unter dem der großen Konzerne, und das Explorationspotenzial ist höher." Grusch managt den Capital Invest Gold Stock, der bereits 1985 aufgelegt wurde und folglich erst 16 Jahre später von der Goldhausse profitierte. Grusch glaubt wie Fondsmanager Wehrli an einen intakten Aufwärtstrend des Goldpreises - gestützt unter anderem durch eine steigende Goldnachfrage aus Indien und China, wo der private Goldbesitz erst seit 2003 wieder erlaubt ist. Außerdem hätten europäische Notenbanken das Washingtoner Abkommen verlängert, das deren Goldverkauf regelt; von asiatischen Notenbanken seien Goldkäufe zu erwarten. Aus Angst vor Inflation und politischen Spannungen werde Gold zudem wieder als sicherer Hafen betrachtet.

Trotz der jüngsten Rally spielt Gold bei den meisten deutschen Anlegern noch keine große Rolle. "Dabei sollte jeder fünf Prozent in seinem Portfolio haben", sagt Thomas Lorzinski. Langfristig sieht der Geschäftsführer der Bremer Vermögensverwaltung Nordtreuhand den Goldpreis sogar bei 1 800 Dollar je Unze - räumt jedoch ein, dass es bis dahin noch einige Einbrüche geben könne. Da Goldminenfonds an den Aktienmarkt gekoppelt sind, empfiehlt er diese lediglich risikofreudigen Anlegern mit einem Anlagehorizont von wenigstens fünf Jahren. Die direkte Anlage in Gold lässt sich Lorzinski zufolge am besten über den DWS-Fonds Gold Plus erreichen, der statt in Aktien über festverzinsliche Wertpapiere direkt in das Edelmetall investiert.

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