Kursschwäche spiegelt nicht die fundamentale Lage wider
Fondsmanager sehen in Japan Potenzial

Die Hitzewelle in Japan scheint auch die Tokioter Börse erreicht zu haben. Trotz einer Vielzahl guter Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen wirkte der dortige Aktienmarkt in den vergangenen Wochen eher wie gelähmt.

HB/DJ FRANKFURT/M. „Der Markt spiegelt die gute Fundamentallage nicht wider“, meint Albert Abehsera, Manager des UBAM - Japan Equity A. Unter 118 Fonds mit Anlageschwerpunkt bei japanischen Standardwerten rangiert das Produkt mit einer Jahreswertentwicklung von plus 49,6 Prozent an neunter Stelle.

Abehsera ist von den Chancen des japanischen Aktienmarktes fest überzeugt. Die massiven Restrukturierungen japanischer Unternehmen in den vergangenen Jahren würden jetzt Früchte tragen. Das gelte mittlerweile nicht mehr nur für Großkonzerne, sondern auch für immer mehr kleine und mittelgroße Unternehmen. Gerade mit Nebenwerten wurden in den vergangenen Monaten die meisten Gewinne an der Tokioter Börse erzielt und auch der UBAM-Fonds profitierte kräftig von dieser Entwicklung: 37 Prozent der Fondsmittel stecken in mittelgroßen und 28 Prozent in kleineren Titeln. Als Beispiele nennt er den Kfz-Zulieferer Jushino oder das Logistikunternehmen Hitachi Transport. Viel Potenzial sieht er auch bei der Immobilienfirma Towa Real Estate.

Trotz der jüngsten Korrekturen hält Abehsera weiter viele Technologietitel in seinem Fonds. „Japan ist Vorreiter bei der Digitalisierung des Alltags. In diesem Bereich gibt es zahlreiche Unternehmen mit einem zweistelligem Umsatz- und Gewinnwachstum.“ Einen Bogen macht er hingegen eher um die Finanzbranche, die seiner Ansicht nach noch eine ganze Weile unter den faulen Krediten leiden wird sowie um Bauunternehmen.

Im Gegensatz zu Abehsera bezeichnet Toyohide Tanaka, der Manager des erstplatzierten Callander Fund - Japan New Growth, seinen Investmentansatz bewusst als wachstumsorientiert. „Wir suchen nach Unternehmen mit einem hohen Gewinnwachstum, deren Aktien ein höheres Wachstumspotenzial als der Marktdurchschnitt bieten“, erklärt Tanaka. Die findet er derzeit vor allem in den Bereichen IT und Finanzen sowie bei Konsumgüterherstellern.

Zu den Top-Positionen gehören entsprechend eher kleinere Wachstumswerte aus dem Technologiebereich wie das Software-Unternehmen Access oder Forside.com, eine Firma, die sich auf den Vertrieb digitaler Inhalte wie Musik oder Klingeltöne für Handys spezialisiert hat. Große Stücke hält Tanaka auch auf den Büro-Zulieferer Askul. Aus dem Finanzbereich ist er vor allem von der Mizuho Financial Group angetan.

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