Kursstürze
Rückzug aus Aktienfonds beschleunigt sich

Durch die Kursstürze an den Aktienbörsen haben die Privatanleger im Januar den Appetit auf Aktienfonds verloren. Die Talfahrt an den Börsen treibt die Anleger im Januar in Geldmarkt- und Indexprodukte.

FRANKFURT. Sie gaben in diesem Monat für netto knapp 3,1 Mrd. Euro Anteilsscheine zurück. Laut Fondsverband BVI waren nur im März und August vergangenen Jahres höhere Abflüsse von 3,6 bzw. 3,7 Mrd. Euro errechnet worden.

Insgesamt flossen in die auf Privatanleger zielenden Publikumsfonds im Januar 5,7 Mrd. Euro. Wesentlichen Anteil daran hatten Geldmarktfonds mit 5,8 Mrd. Euro. Die als wertstabil geltenden Produkte profitierten einmal mehr von ihrem Ruf als sicherer Hafen - sie waren bereits im vergangenen Jahr zum Absatzrenner avanciert. Auch die offenen Immobilienfonds waren im Januar mit 1,4 Mrd. Euro gefragt. Andere Anlagekategorien beeinflussten die Statistik kaum.

Auch die transparenten, preisgünstigen und liquiden börsengehandelten Indexfonds (ETFs) profitierten vom Sicherheitsdenken. Diese Produkte werden in der Statistik zwar nicht separat ausgewiesen. Aber die beiden deutschen Anbieter starteten stark ins neue Jahr. Die Deutsche-Bank-Einheit DB X-Trackers erzielte mit 1,7 Mrd. Euro den zweitbesten Absatz unter allen Fondsadressen. Barclays Global Investors meldete 0,9 Mrd. Euro Zuflüsse und kommt damit auf Rang fünf. Unter normalen Finanzmarktbedingungen hätten Experten im Januar wegen des traditionellen Wiederanlagebedarfes zu Jahresbeginn ein Plus beim Aktienfondsabsatz erwartet. Diese Hoffnung muss die Branche auf den Februar verschieben.

Hier macht sich zaghafter Optimismus breit. "Wir haben in den ersten Februarwochen auf der Aktienseite leichte Zuflüsse gesehen, ebenso bei den Rentenfonds", sagt ein Vertreter von Allianz Global Investors. Auf eine entsprechende Anfrage antwortet ein Sprecher der größten deutschen Fondsgesellschaft DWS ähnlich: "Wir sehen in der Breite Zuflüsse, sind auch bei den Aktienprodukten im Plus." Die Fachleute wollen jedoch Trendaussagen und Prognosen vermeiden. Zu unsicher erscheint ihnen der weitere Verlauf der Kreditkrise, die Reaktion der Finanzmärkte und damit auch der Anleger auf die Ereignisse.

Insgesamt betreut die Anlagebranche in Publikumsfonds laut der jüngsten Statistik 710 Mrd. Euro, in den auf institutionelle Investoren ausgerichteten Spezialfonds knapp 677 Mrd. Euro.

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