Kursturbulenzen in China
Schwellenländerfonds spüren nur einen Kratzer

Der "Schwarze Freitag" und der "Schwarze Montag" sind die Synonyme für schlagartige Kurseinbrüche, zu denen es im Oktober 1929 und 1987 kam. Seit dem 27. Februar gibt es auch den "Schwarzen Dienstag". An diesem Tag brach der überhitzte Aktienmarkt in Schanghai um 8,8 Prozent ein. Auf die Wertentwicklung schlugen die Turbulenzen kaum durch.

HAMBURG. Den Schanghaier Kursrutsch lösten Gerüchte aus, dass die Regierung Maßnahmen ergreifen wolle, um die Spekulationsblase an Chinas Börsen zu bekämpfen. An den Weltbörsen knickten die Aktienkurse daraufhin ebenfalls zum Teil heftig ein. In Mitleidenschaft wurden vor allem einige andere Schwellenländer wie Brasilien gezogen. Trotzdem fiel das Februar-Minus beim Vitruvius Emerging Markets Equity von Belgrave Capital Management mit 0,43 Prozent moderat aus.

"Wir waren im Großraum China mit weniger als zehn Prozent des Fondsvermögens investiert, da uns der Markt bereits als überhitzt erschien", erläutert Belgrave-Geschäftsführer Mattia Nocera das relativ gute Abschneiden. Auf Sicht von zwölf Monaten erzielte der Vitruvius-Fonds mit einem Zuwachs von 18,14 Prozent sogar das zweitbeste Ergebnis aller bei Feri Rating & Research gelisteten Schwellenländerfonds (Tabelle). Wie andere Fonds von Belgrave wird auch der Vitruvius Emerging Markets von mehreren Beratern verwaltet. So managt Sloane Robinson Investment Management derzeit ein Portfolio von rund 80 Aktien, für die Auswahl von rund 40 weiteren Titeln ist Prince Street Capital verantwortlich.

Die französische Gesellschaft Comgest lässt ihren Flaggschiff-Fonds Magellan von Vincent Strauss und Wojciech Stanislawski managen. Das von Sauren Fonds-Research und Standard & Poor's mit der Bestnote von drei Goldmedaillen beziehungsweise AAA geadelte Duo bewies in den vergangenen zwölf Monaten ebenfalls ein glückliches Händchen.

Dem Fonds bescherte dies mit einem Plus von 13,92 Prozent Rang vier in seiner Vergleichsgruppe. Schlechter lief es dagegen im Februar mit einem Minus von überdurchschnittlich hohen 3,64 Prozent. "Wir sind mit fast 20 Prozent des Portfolios in Brasilien investiert", begründet Stanislawski. Das Störfeuer aus China sieht er gelassen: "Der Einbruch war vorhersehbar, die Folgen dürften bereits ausgestanden sein."

Mehr Gefahr sieht er dagegen aus den USA. "Die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung wird zu stärkeren Marktschwankungen führen, vor allem in den Schwellenländern", so Stanislawski. Doch darin sieht er ein eher günstiges Marktumfeld für seinen Fonds: "Wir setzen vor allem auf konjunkturunabhängige Firmen, die sich in diesem Umfeld besonders gut entwickeln dürften."

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