Lateinamerikanische Aktienfonds
Fondsmanager sehen gute Chancen in Brasilien

In der Fußball-Hierarchie steht Brasilien ganz weit oben: Das südamerikanische Land hat seit 1930 fünf Mal die Weltmeisterschaft gewonnen - so oft wie keine andere Nation.

HAMBURG. Auch bei Investoren spielt Brasilien in der ersten Liga. Fondsmanager Bill Rudman vom West-AM Compass Latin America etwa hat das fünftgrößte Land der Erde seit Monaten übergewichtet. In dem bei West-LB Asset Management aufgelegten Fonds macht Brasilien 57,2 Prozent aus, 2,5 Prozentpunkte mehr als im Vergleichsindex, dem MSCI EMF Latin America.

Bisher ist Rudman damit gut gefahren: In den zwölf Monaten bis Ende April hat sein Fonds 108,4 Prozent an Wert zugelegt und liegt damit an der Spitze von insgesamt 22 Lateinamerika-Fonds (siehe Tabelle). Inzwischen hat Rudman einige ihm überbewertet erscheinende brasilianische Titel reduziert, unter anderem die des Zuckerunternehmens Cosan, der Immobilienfirma Cyrela und der Mietwagengesellschaft Localiza. Die Position des Ölkonzerns Petrobas hat er dagegen aufgestockt.

Aufgestockt hat der West-AM-Manager den Anteil mexikanischer Aktien, deren Gewichtung er auf neutral angehoben hat. Im Gegenzug hat Rudman in Peru Gewinne mitgenommen und das zuvor leicht übergewichtete Land nun ebenfalls neutral positioniert. Trotz der guten Wertentwicklung ist der Fonds mit 26 Mill. Dollar noch immer relativ klein. Angesichts der guten Performance hatte West-AM mit stärkeren Zuflüssen gerechnet.

Diese Probleme hat der MLIIF Latin America von Merrill Lynch nicht. Der größte Fonds der Vergleichsgruppe bringt mehr als drei Mrd. Dollar auf die Waage. Auch dessen Manager Will Landers setzt vor allem auf Brasilien: Die günstige Bewertung, sinkende Zinsen und die Aussicht, dass die von den Ratingagenturen bisher als eher unsicher beurteilten Staatsanleihen des Landes innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate den als sicher geltenden Status "Investment Grade" erlangen könnten, machen das Land für ihn attraktiv. Mexiko gegenüber gibt sich der Merrill-Lynch-Manager hingegen zurückhaltender als Konkurrent Rudman. Die Bewertungen seien weniger attraktiv als in Brasilien, und die anstehenden Wahlen könnten am mexikanischen Aktienmarkt für stärkere Schwankungen sorgen. "Außerdem verfügt das Land schon über einen Investment-Grade-Status und niedrige Zinsen, so dass von dieser Seite keine Impulse zu erwarten sind", sagt Landers.

Der Blick nach vorn fällt bei beiden Managern positiv aus, ein zweistelliges Plus für 2006 gilt ihnen trotz der jüngsten Kursturbulenzen als ausgemacht. Landers kann sich sogar vorstellen, ähnlich erfolgreich wie in den vergangenen drei Jahren abzuschneiden, in denen sein Fonds durchschnittlich 53,50 Prozent an Wert gewann.

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