Leerverkäufe: Hedge-Fonds haben sich verzockt

Leerverkäufe
Hedge-Fonds haben sich verzockt

Zahlreiche Hedge-Fonds haben auf fallende Kurse bei US-Aktien gesetzt. In der Börsenrally der letzten Monate mussten sie hohe Verluste hinnehmen. Jetzt geben sie klein bei. Ein gutes Zeichen für Kleinanleger.
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Diese Deals gingen nicht auf. Spekulanten wetteten auf eine schlechte Konjunktur in den USA und starteten Leerverkäufe auf konjunktursensible US-Aktien. Doch die am meisten leerverkauften Titel Amerikas haben - im Vergleich zum breiten Markt – eine Rally hingelegt.

Die zwanzig am meisten leerverkauften Aktien im Standard & Poor's 500 Index haben im Dezember 5,1 Prozent gewonnen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet. Der Leitindex insgesamt verbesserte sich gleichzeitig um lediglich 0,7 Prozent. Die Spanne ist so groß wie seit Januar 2012 nicht mehr.

Unternehmen vom Stahlkonzern U.S. Steel bis hin zum Einzelhändler J.C. Penney verzeichnen teils kräftige Kursgewinne. Aktien von Telekomunternehmen und Versorgern, denen es gewöhnlich am besten geht, wenn die Wirtschaft schrumpft, schwächeln dagegen.

Marktoptimisten vertreten die Ansicht, dass durch den Rückzug aus den Leerverkäufen das Vertrauen in die Erholung der US-Wirtschaft unterstrichen wird. Der Trend spricht auch für Prognosen wie die von Vermögensverwalter Laszlo Birinyi, der damit rechnet, dass durch die vierjährige Rally endlich auch die Investoren angelockt werden, die den Aktien bislang fern geblieben sind.

“Lassen Sie es mich so sagen: Ich habe mit Käufen mehr Geld gemacht als mit Leerverkäufen”, sagt Gilles Sitbon von Sycomore Asset Management in Paris. Sein Sycomore Long-Short Opportunities Fonds hat 2012 rund 15 Prozent zugelegt. “Leerverkäufe fallen nicht nur schwer, sie sind schmerzhaft.”

Wenn die am stärksten leerverkauften Aktien gut laufen, läutet das meist eine breite Rally ein. Im März 2009 entwickelten sich diese Titel um 8,1 Prozentpunkte besser als der S&P 500, woraufhin die die amerikanischen Aktien ihre beste Jahresentwicklung in sechs Jahren hinlegten.

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Hedge-Fonds haben sich verzockt

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Gute Vorzeichen für Aktienanleger

Kommentare zu "Hedge-Fonds haben sich verzockt"

Alle Kommentare
  • Ich finde es immer schön wenn Hedgefonds bluten. Noch schöner fände ich es wenn sie reihenweise verbluten würden. Weil sie volkswirtschaftlich gesehen keinen Mehrwert produzieren. Also reine Parasiten sind.

    Solange einzelne durch das "produzieren" von Schäden anderer sich die Taschen voll machen können wird unsere Zukunft in materieller Not, Elend, Diktatur, Krieg, Mord und Totschlag zu finden sein.

  • Siehst du mal, was eine gute Ausbildung (logischerweise incl. einer Börsenhändlerprüfungen, sowie alle relevanten Händlerlizenzen für die Märkte/Börsen an denen man aktiv ist) bei einer Top-Investmentbank wert ist als Basis um sich selbständig zu machen und mit eigenem Geld auf eigene Rechnung erfolgreich zu arbeiten.

    Mein intraday VaR ist dabei ca. 1 - 1,5 Mio. €

    Schönen Abend noch, hab jetzt (private) Termine.

  • Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B.

    a) Wie hoch ist das Risiko, dass ich eingehen kann? Ein Familienvater oder ein älterer Mensch sind vermutlich aus gutem Grund nicht so risikofreudig.

    b) Woher stammt das Geld, mit dem ich spekuliere? Wurde es mühsam durch eine langjährige, stressige Berufstätigkeit erworben? Auch in diesem Falle wird man vorsichtig sein.

    c) Wieviel Zeit kann und will ich in die Börse investieren? Wer berufstätig ist, hat kaum die Chance intraday zu traden. Mancher hätte vielleicht die Zeit, will es aber nicht, weil es eine sehr einseitige Tätigkeit ist, die sicher auch Auswirkungen auf das Denken und Fühlen hat.

  • @abc
    Leerverkäufe können keine fallenden Kurse hervorrufen?

    Ich denke schon, dass eine Kursmanipulation möglich ist. Folgendes Szenario:

    Eine Aktie befindet sich seit längerem im Abwärtstrend. Das Vertrauen ist angekratzt. Irgendwann scheint jedoch der Boden erreicht zu sein. Viele setzen ein Stop-Loss unterhalb des Bodens.

    Wenn jetzt ein Hedgefonds in dieser labilen Situation kräftig verkauft, wird der Boden durchschlagen, viele Stop-Loss Verkäufe werden ausgelöst. Das Vertrauen ist wieder weg, der Abwärtstrend geht weiter...

    Wenn das ein paar mal wiederholt wird, ist die Aktie so weit nach unten geprügelt, dass dann auch bald die Analystenabstufungen folgen. Einen fundamentalen Grund für das schlechte Abschneiden findet man immer.

  • Ps: Schlecht wäre es für mich, wenn die Schuldenkrise (und der damit verbundenen Volatilität) auf einmal vorbei sein sollte. Was jetzt Netto ist, ist ohne Schuldenkrise wieder Brutto.

  • In 2 Jahren über 1,5 Mio. € Netto (nach Abzug aller Gebühren, Overhead(kosten) wie Reuters etc. und Steuern) durch konsequentes Daytrading in Futures und Aktien sind doch ganz ok.

  • Vom Daytraden ist noch niemand Reich geworden!

  • Wo soll das Problem bei Overnight sein? Es geht hier um Hedgefonds, die Milliarden investieren. Bei solchen Spekulationen kann man nicht mal "für ein paar Minuten" etwas machen. Der Aufbau einer Position dauert Tage oder gar Wochen. Die These "Leerverkauf sorgt für fallende Kurse" ist ja wohl offensichtlich falsch.

    Ansonsten: In einem steigenden Markt short gehen ist die eigentliche Aufgabe eines Hedgefonds, da hedgen eben antizyklisches handeln ist.

  • Das Problem ist nicht die Möglichkeit des " Leerverkaufens " an sich, sondern diese Position Overnight zu haben.

    Ich fixe intraday sehr gerne Aktien für ein paar Minuten oder Stunden an, und bin dankbar über diese Handelsoption. Würde aber einen Teufel tun, die Position nach Xetra-Schluss offen zu lassen.

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