Lira-Absturz belastet Monatsergebnis des DWS-Europa-Rentenfonds
Rentenfondsmanager setzen auf Schweden

Noch im Herbst 2005 erzielten viele Europa-Rentenfonds einen Jahres-Wertzuwachs im zweistelligen Bereich. Seitdem ging es bergab: Aktuell weist Feri Rating & Research für die 74 Fonds dieser Kategorie ein durchschnittliches Zwölf-Monats-Minus von 0,69 Prozent aus.

HAMBURG. Mit einem Wertzuwachs von 0,64 Prozent schneidet der DWS Euro Strategie (Renten) dagegen gut ab: Er erzielte das zweitbeste Ergebnis unter den zehn größten Europa-Rentenfonds in Deutschland und belegt im Sektorvergleich den elften Platz. "Der Fonds profitierte von einer hohen Gewichtung von Anleihen, die auf türkische Lira und polnische Zloty lauten", so DWS-Manager Ralf Schreyer.

Diese Engagements wurden ihm im Mai zum Verhängnis: "Etwa die Hälfte des Minus von 2,06 Prozent ist auf den Absturz der türkischen Lira zurückzuführen", so Schreyer, der bis zu 50 Prozent des Fondsvermögens in Fremdwährungsanleihen investieren darf. Diesen Spielraum hatte der DWS-Manager am Anfang dieses Jahres fast vollständig ausgenutzt. Nach den Markt-turbulenzen im Mai reduzierte er den Anteil dieser Papiere vorerst wieder auf unter 20 Prozent.

"Wir fangen jedoch bereits an, wieder Positionen aufzubauen, unter anderem in türkischer Lira", so Schreyer, der den Anteil von Fremdwährungen bis zum Jahresende erhöhen will. Unter anderem will er auf polnische Zloty und ungarische Forint setzen, wartet aber auf den richtigen Einstiegszeitpunkt: "Im Gegensatz zur Türkei haben diese beiden Märkte ihren Tiefpunkt noch nicht erreicht", erklärt der DWS-Manager. Günstig sei der Einstieg in Papiere, die auf schwedische Kronen lauten.

Diese Einschätzung teilt auch Andreas Bockberger. "Angesichts guter fundamentaler Rahmenbedingungen ist dort mit steigenden Zinsen zu rechnen, was die Währung attraktiver macht", so der Manager des Raiffeisen Euro-Plus-Rent. Der Fonds gehört mit einem verwalteten Vermögen von 1,53 Milliarden Euro ebenfalls zu den Schwergewichten unter den Euro-Rentenfonds und erzielte im Mai einen überdurchschnittlich hohen Wertzuwachs von 0,81 Prozent. "Zu dem guten Ergebnis haben unter anderem unsere Engagements in Papieren beigetragen, die auf britische Pfund lauten", erläutert Bockberger, der aktuell mit zwölf Prozent des Portfolios auf diese Währung setzt.

Anders als Schreyer kann der Raiffeisen-Manager Fremdwährungen mit lediglich bis zu 30 Prozent gewichten, zudem gehört die Türkei nicht zum Anlageuniversum des Fonds. Osteuropa sieht er skeptisch: "Wir sind zwar mittelfristig positiv gestimmt, wegen der stark gestiegenen Marktschwankungen halten wir uns aber noch mit Investments zurück."

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