Luxemburger Kopien der Nebenwertefonds
US-Nebenwertefonds sind bei Anlegern wenig gefragt

Nach US-Recht aufgelegte Investmentfonds sind oftmals Vorbild für Fonds in Europa. Prominentestes Beispiel ist der Klassiker Templeton Growth Inc., dessen 2000 aufgelegte Luxemburger Variante rund ein Fünftel des Gesamtvolumens beider Fondstranchen verwaltet. Bei den Luxemburger Kopien der Nebenwertefonds halten sich die Anleger dagegen extrem zurück.

HAMBURG. Auf die Luxemburger Kopien der Nebenwertefonds US Mid Cap und Alger US Small Cap Growth entfallen lediglich rund ein Prozent des Volumens beider Tranchen. Das erstaunt vor allem deshalb, weil die seit 2000 angebotenen Spiegelbildfonds auf den ersten Blick die besseren Ergebnisse erzielen. In der Zwölf-Monats-Auswertung von 60 bei Feri Rating & Research gelisteten US-Nebenwertefonds liegen sie mit einem Wertzuwachs von 34,41 Prozent und 16,31 Prozent jeweils knapp vor den Originalen (Tabelle).

"Die aktuellen Unterschiede in der Wertentwicklung hängen mit den unterschiedlichen Mittelzuflüssen zusammen", erklärt Paul Becker, Vorstand der Alger-Vertriebsgesellschaft Noramco. Die deutlich voneinander abweichenden Volumina begründet er mit der Historie der Fonds: "Die US-Originale wurden lange vor dem Platzen der Technologieblase vor sieben Jahren aufgelegt, die Luxemburger Tranchen starteten im November 2000 zu einem Zeitpunkt, als US-Fonds bei Anlegern im Abseits standen". Hinzu komme, dass amerikanische Nebenwerte in den Depots europäischer Anleger nur eine Nebenrolle spielten.

Grundsätzlich rät Becker Anlegern zur Luxemburger Variante, auch wenn diese langfristig etwas schlechter abschneiden: "Die Gebühren sind zwar höher, doch dafür entfällt die komplizierte Handhabung des amerikanischen Steuerformulars W8-BEN", begründet er.

Feri-Analyst Christian Michel empfiehlt Anlegern dennoch, lieber zum Original zu greifen. "Je länger der entsprechende Fonds im Portfolio gehalten wird, desto deutlicher macht sich die höhere Kostenbelastung von im Schnitt einem Prozent jährlich negativ bemerkbar", begründet Michel seine Empfehlung. Die Unterschiede in der Kostenstruktur von US- und Luxemburger Fonds führt er vor allem auf den höheren Konkurrenzdruck in den USA zurück, wo eine Gesamtkostenquote von 2,9 Prozent wie beim Luxemburger Alger US Mid Cap am Markt nicht vertretbar wäre.

Eine Kaufempfehlung für die US-Originale mag der Feri-Analyst zurzeit aber auch nicht geben: "Derartige Fonds sollten aufgrund ihres engen Anlagefokus lediglich in einer Größenordnung von rund fünf Prozent beigemischt werden, was angesichts einer Mindestanlagesumme von 5 000 Dollar für das Gros der Anleger nicht in Frage kommen dürfte", sagt Michel. Alternativ rät er zum breiter aufgestellten Alger American Asset Growth.

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