Wie sich Anleger mit einem ETF gegen Wahlrisiken absichern

Lyxor Euro Stoxx 50
Wie sich Anleger gegen Europas Wahlrisiken absichern

Viele Anleger investierten zuletzt in einen ETF, der vor fallenden Kursen in Europa schützen soll. Das Volumen erreichte Rekordniveau. Doch in Sachen Wertentwicklung ist der Fonds ein großer Verlierer.
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FrankfurtNicht wenige Investoren sorgten sich zuletzt vor Unruhen auf den Aktienmärkten, ausgelöst durch die Wahlen in Europa. Viele, die sich dagegen absichern wollen, nutzen einen börsennotierten Indexfonds (ETF) auf das europäische Börsenbarometer Euro Stoxx 50. Solch eine Investition macht sich im großen Stil bezahlt, falls die europäischen Aktien einbrechen sollten.

Der Lyxor Euro Stoxx 50 Daily Double Short ETF (WKN A0MNT7) verzeichnete im April, im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in Frankreich, den besten Monat aller Zeiten – es gab einen Nettozufluss von 168,7 Millionen Euro, wie Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg zeigen. Das Anlagevolumen des Fonds verharrt weiterhin in der Nähe eines Allzeithochs, während sich der politische Fokus der Anleger nun auf die deutsche Bundestagswahl im September 2017 richtet.

Die Wertentwicklung des ETFs verläuft gegensätzlich zur Performance des Euro Stoxx 50. Steigt der Index, fällt der ETF-Kurs. Double Short bedeutet zusätzlich, dass die Gewinne und Verluste verdoppelt werden. Würde beispielsweise der Euro Stoxx 50 an einem Tag um fünf Prozent steigen, läge der Index zehn Prozent im Minus. Zu den größten Werten im europäischen Börsenbarometer zählen französische und deutsche Unternehmen wie Total und Siemens.

Doch nicht aufgrund des doppelten Kursrisikos überrascht das hohe Investitionsvolumen. Denn die Sorgen über eine Populisten-Welle ebben auch nach dem Ausgang der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen nicht ab. In NRW haben die bürgerlichen Parteien hohe Stimmenanteile bekommen. Und in Frankreich unterlag Marine Le Pen bei der Präsidentenwahl zwar Emmanuel Macron. Doch ihr rechtsradikaler Front National könnte bei den Parlamentswahlen im Juni genügend Sitze einheimsen, um zu einem potenziellen Königsmacher zu werden.

„Wir haben hohes Interesse an diesem Fonds in den vergangenen Wochen im Umfeld der europäischen Wahlen beobachtet”, sagt Adam Laird, Leiter ETF-Strategie bei Lyxor Asset Management in London. „Investoren berichten uns, dass sie diesen ETF nutzen, um sich gegen Markteinbrüche abzusichern, besonders angesichts der politischen Risiken in Europa im Moment.”

Dabei ist dieser Lyxor 2017 in Sachen Wertentwicklung ein großer Verlierer. Starke Unternehmenszahlen und eine Verbesserung der Wirtschaft in der Euro-Zone haben den Euro Stoxx 50 im bisherigen Jahresverlauf um 8,3 Prozent steigen lassen. Dieser ETF liegt im selben Zeitraum rund 20 Prozent im Minus.

Dennoch: Das Anlagevolumen des Fonds kletterte am 21. April auf ein Allzeithoch von 256,7 Millionen Euro, wie die Daten weiter belegen. Nach der ersten Runde der Wahlen in Frankreich und nach der Stichwahl, die Macron gewann, zogen Investoren Gelder ab. Doch das Volumen blieb zuletzt stabil bei 211 Millionen Euro.

Das gehebelte Engagement in einen Index sei ein höheres Risiko für ETF-Investoren, sagt Cameron Brandt, Direktor der Analyse beim Marktforscher EPFR Global. Ein weiteres Risiko: Die doppelte Wertentwicklung wird täglich neu festgezurrt. Und je länger Investoren solche „Daily Fonds“ halten, desto weniger akkurat bilden die Fonds ihre Benchmark ab. „Das endet für unbedarfte Investoren häufig nicht gut“, erläutert Brandt.

Laird zufolge belegen die Zuflüsse beim ETF allerdings die zunehmende Erfahrung von Investoren, die das Instrument als Werkzeug für Risiko-Management sehen – und nicht nur für die langfristige Portfolio-Allokation. Denn Short-ETFs, sagt er, „können vor einem Marktkollaps schützen.“

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

Kommentare zu " Lyxor Euro Stoxx 50: Wie sich Anleger gegen Europas Wahlrisiken absichern"

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  • Also irgendwie verstehe ich den Artikel nicht... wenn ich mein Depot gegen Kursverluste mit dem Fonds absichern will, dann darf ich mich doch nicht beschweren, dass der Kurs fällt wenn die Indizes steigen....

    Das ist bei jedem Instrument so, mit dem ich ein Depot versichere... man partizipiert an den Steigerungen eben nicht mehr mit!!!

    Wenn so ein Fonds Zugewinne hat, dann meinen ganz einfach viele Investoren, dass aktuell ein hohes Kursniveau erreicht ist, man will sich gegen Rückschläge versichern. Der ganze Zusammenhang zur Politik ist dann einfach nur noch "Drum-rum-Geplapper". Viele Analsysten stellen gerne Verbindungen zur Politik her, sie liegen in den letzten Monaten immer falsch... es bleibt nur das aktuelle Kursrisiko und das hängt einfach vom aktuellen Niveau ab. Übrigens wissen die meisten erfahrenen Anleger, dass politische Börsen kurze Beine haben, eine Absicherung wegen Politik lohnt sich daher nicht. (allerdings wollen viele Banker im Falle von Problemen den Hintern gepudert bekommen, darum wird die Politik gerne für deren Probleme verantwortlich gemacht...)

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