Magere Rendite
Die Deka-Fonds schwächeln

Die meisten Deka-Fonds galten nicht als Sterne am Fondshimmel. Jetzt fallen die Renditen der Sparkassenprodukte noch weiter hinter die Konkurrenz zurück. Was Anleger wissen sollten.
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FrankfurtDer Sparkassen-Fondsanbieter Deka Investment fällt bei seinen Leistungen ab. Das berichtet das Handelsblatt (Montagsausgabe) unter Berufung auf eine Berechnung der Analysefirma Feri Eurorating. Nur noch 28 Prozent aller bewerteten Fonds haben eine gute Note – gemessen an der Wertentwicklung und den Wertschwankungen.

Vor etwas über einem Jahr lag die Quote bei über 43 Prozent. Im Konkurrenzvergleich ist die Deka über diesen Zeitraum von Platz sechs auf Platz 20 unter 35 großen Anbietern abgerutscht. „Die Leistung bei den Aktienprodukten und den Anleihefonds hat nachgelassen“, urteilt Feri-Analyst Andre Härtel.

Neue Strategie

Der Grund: Thomas Neiße, Leiter Deka-Investment, verfolgt seit etwa einem Jahr eine defensive Anlagepolitik. Seine Fonds haben deshalb nur unterdurchschnittlich am Börsenaufschwung teilgenommen. „Wer sich im Portfolio zu weit aus dem Fenster lehnt, der kann auch tief fallen. Das Krisenjahr 2008 machte uns demütig“, sagte Neiße dem Handelsblatt. Sein Motto heute: „Wir wollen derzeit nicht mehr alles ausreizen, sondern machen eine risikoarme und defensive Politik – das ist auch im Sinne der Sparkassen.“


Offiziell nicken die Sparkassen die Politik ab. Die Frankfurter Sparkasse beispielsweise, auch ein wichtiger Absatzträger für die Deka-Fonds, hält „eine defensivere Anlagestrategie für sinnvoll“.

Die Dekabank unter ihrem Vorstandschef Franz Waas befindet sich in einer Umbruchphase. Zukünftig werden die Sparkassen als Mehrheitseigentümer das Sagen haben, nachdem sich die Landesbanken aus dem Kreis der Eigner zurückgezogen haben. Mit der vollständigen Übernahme durch die Sparkassen dürfte jetzt eine risikoärmere Geschäftspolitik Vorrang haben.

Riskoarm heißt hier für die Fonds: Seit einem Jahr hält die Deka eine Barquote von ungefähr fünf Prozent in den Aktienfonds und ist in defensiven Branchen investiert. Auch bei den stark schwankenden, aber gut gelaufenen kleinen Aktien spielt Neiße nicht offensiv mit. Es geht ihm um „Katastrophenvermeidung, aber das kostet eben manchmal Wertentwicklung“.

Der Deka-Mann dagegen wirbt für seinen bewussten Renditeverzicht: „Die wachsenden Staatsverschuldungen machen mir Sorgen.“ Neiße warnt: „Wir müssen damit rechnen, dass Aktienmärkte belastet werden, wenn die Zahlungsfähigkeit ganzer Staaten in Frage steht.“

Kommentare zu " Magere Rendite: Die Deka-Fonds schwächeln"

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  • Ein Führungswechsel bei Deka Investment würde nur dann helfen, wenn die seit langem in Aussicht gestellte Trendwende in der relativen Fondswertentwicklung auch tatsächlich eingeläutet wird. Mit Thomas Neiße an der Spitze hat dies in den letzten fünf Jahren nicht so recht geklappt, ganz zu schweigen von den glücklosen Jahren 2001 bis 2005 unter dem Investmentvorstand Dr. Mathis.
    Der geneigte Kunde könnte beim nächsten Führungswechsel abermals auf Verbesserungen hoffen, ein weniger geneigte Kunde könnte die Probleme aber als strukturell einschätzen und endgültig die Flucht ergreifen.

  • Ein Führungswechsel bei Deka Investment würde nur dann helfen, wenn die seit langem in Aussicht gestellte Trendwende in der relativen Fondswertentwicklung auch tatsächlich eingeläutet wird. Mit Thomas Neiße an der Spitze hat dies in den letzten fünf Jahren nicht so recht geklappt, ganz zu schweigen von den glücklosen Jahren 2001 bis 2005 unter dem Investmentvorstand Dr. Mathis.
    Der geneigte Kunde könnte beim nächsten Führungswechsel abermals auf Verbesserungen hoffen, ein weniger geneigte Kunde könnte die Probleme aber als strukturell einschätzen und endgültig die Flucht ergreifen.

  • DER FONDsANLEGER HAT BEI ALLEN FONDS EIN RIESIGES PROBLEM. - DIE KOSTEN !!!
    Diese bescheren den Initiatoren (i.d.R. Banken) regelmäßige gute Einnahmen, unabhängig vom Börsengeschehen. Wenn die Börse bzw. der Zinsmarkt boomt fällt das nicht so auf. In anderen Zeiten ist man mit "Omas" Sparbuch besser bedient. - Es ist also wie im Spielcasino, DIE "BANK" GEWINNT IMMER !

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