Manager der großen deutschen Aktienfonds bevorzugen Standardwerte
Fidelity verpasst Gewinne der Banktitel

Im vergangenen Jahr war die Welt für Fidelity-Managerin Alexandra Hartmann noch in Ordnung: Der von ihr betreute, auf deutsche Aktien spezialisierte Fidelity Germany lag nicht nur in den Performancelisten weit vorn, sondern auch in der Gunst der Anleger. Wies der 1990 aufgelegte Fonds Ende 2004 noch ein Volumen von rund 100 Mill. Euro auf, so durchbrach er elf Monate später bereits die Marke von einer Mrd. Euro.

HAMBURG. Mittlerweile bringt der Fidelity Germany 1,5 Mrd. Euro auf die Waage, aber die Performance schwächelt. Mit einem Wertzuwachs von 13,11 Prozent belegt Hartmanns Fonds in der jüngsten Zwölf-Monats-Statistik des Bad Homburger Analysehauses Feri Rating & Research unter den zehn größten Deutschland-Fonds nur noch Rang neun, unter allen 94 Vergleichsfonds reicht es nur für Rang 71 (Tabelle).

"Die Untergewichtung im Bankensektor hat der Performance geschadet", sagt Hartmann. Ansonsten sieht die Fidelity-Managerin das magere Abschneiden der vergangenen zwölf Monate als eine vorübergehende Schwächeperiode an. "Wir sind mit unseren Investitionen langfristig ausgerichtet, und manchmal dauert es einfach, bis das den erhofften Erfolg bringt." Über längere Zeiträume sei ihre Strategie immer aufgegangen, betont Hartmann.

Die Fidelity-Managerin kauft eigenem Bekunden zufolge unterbewertete Titel aus Marktsegmenten mit überdurchschnittlichem Wachstum. Das Portfolio besteht aus 35 bis 45 Titeln, womit es konzentrierter ist als der Vergleichsindex HDax 110. Um das Risiko im Portfolio gering zu halten, bevorzugt Hartmann derzeit große Unternehmen: "Wir mögen defensive Titel, Versorger sowie Finanzdienstleister." Die drei größten Positionen im Fonds sind Eon, Allianz und SAP.

Alle drei genannten Titel gehören auch zu den größten Beteiligungen im Portfolio des Dekafonds. Mit einer Wertentwicklung von 15,03 Prozent hat sich dieser von den Sparkassen vertriebene Fonds in der aktuellen Auswertung auf Rang zwei vorgearbeitet. "Wir haben auf die robuste Weltkonjunktur und die damit verbundenen Gewinnchancen gesetzt und hoch investiert", erklärt Manager Trudbert Merkel das Ergebnis.

Der Fonds, der im November 50-jähriges Jubiläum feiert, ist offensiver ausgerichtet als der Fidelity-Konkurrent. Merkel glaubt an ein robustes Weltwirtschaftswachstum ab Herbst und setzt daher auf Zykliker. Zudem geht er von einer Auflösung des Konsumstaus in Deutschland aus. "Konsumsensitive Aktien, etwa aus der Automobilindustrie, sind deshalb ein weiterer Anlageschwerpunkt", so Merkel.

So stellt die im Fidelity-Fonds gar nicht vertretene Aktie von Daimler-Chrysler mit einem Anteil von mehr als fünf Prozent die fünftgrößte Position im Dekafonds dar. Telekomfirmen gewichtet Merkel dagegen ähnlich wie Hartmann deutlich unter.

Autorin: Daniela Hoepfner, Der Fonds

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