Manager fahnden in den Schwellenländern nach kreativen Unternehmen
Fondsprofis punkten mit eigenwilligen Konzepten

Die Allianz-Tochter Dit war eine der letzten Investmentgesellschaften, die den Bric-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) einen eigenen Fonds widmeten. Zu Beginn des vergangenen Jahres hatten die großen Fondsgesellschaften zahlreiche Bric-Produkte auf den Markt gebracht. Der Dit-Bric Stars folgte erst im September 2005, ist aber derzeit stärker als die Konkurrenz.

HAMBURG. Mit einem Wertzuwachs von 49,50 Prozent führt er den jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von insgesamt 90 auf Schwellenländer spezialisierten Aktienfonds an. Der DWS Invest Bric Plus belegt den fünften, der HSBC Bric Freestyle den neunten Platz (Tabelle).

"Wir orientieren uns bei der Zusammensetzung des Fonds nicht an der Marktkapitalisierung der Bric-Länder, sondern streben in etwa eine Gleichgewichtung an", nennt Michael Konstantinov, Leiter des Dit-Schwellenländer-Teams einen der Gründe für das gute Abschneiden. Dadurch seien etwa indische Aktien, die sich seit der Auflage am besten entwickelten, deutlich höher gewichtet gewesen als in anderen Bric-Fonds. Konstantinov sieht in der Gleichgewichtung generell Vorteile: "Dadurch erreichen wir eine breitere Streuung. Und weil das Portfolio einmal im Jahr rebalanciert wird, agieren wir ganz automatisch antizyklisch." Der Anteil besonders gut gelaufener Länder werde zurückgefahren, ein zurückgebliebener Markt dagegen aufgestockt. Auch die knapp 60 enthaltenen Einzeltitel gewichtet Konstantinov in etwa gleich, so dass die im Frühjahr unter Druck geratenen und im Index sehr hoch gewichteten russischen Energieriesen Gazprom und Lukoil jeweils nur mit rund zwei Prozent vertreten sind.

Einem nicht minder eigenwilligen Ansatz folgt Charles Firmin Didot beim auf Rang neun liegenden Axa World Funds Talents Brick. Im Prinzip handelt es sich dabei ebenfalls um einen Bric-Fonds, wobei "das K im Namen unsere Anleger daran erinnern soll, dass unser Konzept darüber hinaus geht", sagt der Axa-Manager.

Offiziell steht der fünfte Buchstabe für Korea, doch Didot investiert auch in Südafrika, Chile und Malaysia. Dabei bevorzugt er Firmen, deren private Eigner über einen gewissen "Unternehmensgeist" verfügen und bereits bewiesen haben, dass sie Werte schaffen können. "Wir investieren nicht in Schwellenmärkten, um billig Öl, Rohstoffe oder Arbeit zu erwerben, sondern suchen Unternehmer vor Ort, die kreativ und aggressiv genug sind, um in die USA und nach Europa zu exportieren", sagt Didot. Als Beispiel nennt er Chaoda, einen chinesischen Exporteur von biologisch angebautem Gemüse. Derzeit bestehen knapp 90 Prozent des Fondsvermögens aus asiatischen Beteiligungen, russische Titel machen lediglich zwei Prozent aus.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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