Manager globaler Anleihefonds stecken viel Geld in hochverzinsliche Anleihen
Schlechte Bonitäten rentieren sich

Die Anleihenkurse sind in der jüngsten Zeit wieder gestiegen. Dennoch fällt die Zwölfmonatsbilanz der meisten global anlegenden Rentenfonds mit einem Plus von durchschnittlich 0,81 Prozent eher mager aus (Tabelle). Deutlich besser als der Durchschnitt entwickelten sich Portfolios, deren Lenker auch Staats- und Firmenbonds schlechterer Bonität nicht verschmähten.

HB FRANKFURT/M. „Wenn ich im Rentenbereich Gewinne machen will, kann ich mich nicht mit Bundesanleihen und Pfandbriefen begnügen“, sagt etwa Detlef Kohlhase. Der Vermögensverwalter berät den kleinen Inka-Re-Invest, der mit 7,13 Prozent Plus die Performance-Hitliste anführt. Insgesamt stecken satte 32 Prozent des Fondsvermögens in Unternehmensanleihen, etwa des russischen Gaskonzerns Gazprom und der japanischen Internet-Holding Softbank. Die durchschnittliche Bonität der Schuldtitel im Inka-Re-Invest, der auch 16 Prozent Emerging- Markets- Titel enthält, beläuft sich auf „BBB“.

Auf ähnlichem Niveau bewegt sich das Mittel der Ratings im DJE-Renten Global P. Mit einem Plus von 6,06 Prozent liegt der vom Vermögensverwalter Jens Ehrhardt gesteuerte Fonds an dritter Position der Rangliste. Mit 18 Prozent Unternehmensanleihen und elf Prozent Schellenländerbonds sind die Anteile zwar deutlich geringer als im Inka-Re-Invest, aber immer noch beachtlich hoch. Zu den Favoriten von Ehrhardt zählen die Papiere des Zementproduzenten Heidelberg Cement, des Werkzeugmaschinenherstellers Gildemeister und des auf Lackiersysteme spezialisierten Anlagenbauers Dürr.

Neben den vergleichsweise niedrigen durchschnittlichen Bonitäten hält es Achim Backhaus, Fondsanalyst beim Bad Homburger Researchhaus Feri Trust, für bemerkenswert, dass beide Fonds sehr flexibel anlegen können. „Im Inka-Re-Invest ist eine Aktienquote von bis zu 25 Prozent möglich, im DJE-Renten Global P von bis zu 20 Prozent“, sagt der Feri-Experte. Derzeit halten beide Fonds allerdings keine Aktien.

Ein weiteres Indiz für den beweglichen Ansatz von Kohlhase und Ehrhardt sind auch die aktuellen hohen Kassepositionen. Im Inka-Re-Invest liegt die Barquote bei 20 Prozent, im DJE-Renten Global P sind es gar 33 Prozent. „Etwa die Hälfte des Barbestands resultiert aus zuletzt kräftigen Geldzuflüssen, die anderen 50 Prozent sind Skepsis“, sagt Ehrhardt. Deutlich reduzieren will er die Quote erst wieder nach einer Abschwächung an den Rentenmärkten. Das gilt auch für Kohlhase.

Jörg E. Jäger, Dow Jones

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