Manager halten Rückschläge für temporär
Fondsmanager setzen auf Osteuropa

Anleger, die Anfang März 2004 einen Osteuropa- Fonds ins Depot nahmen, konnten nichts verkehrt machen: Im Durchschnitt erzielten sie in den folgenden zwölf Monaten Wertzuwächse von knapp 30 Prozent. Selbst der schlechteste Fonds der Vergleichsgruppe, der SGAM Fund Equities Eastern Europe von der Société Générale Asset Management, brachte mehr als 20 Prozent ein.

HB HAMBURG. Allerdings ließen die jüngsten Kursverluste in Budapest, Moskau, Prag und Warschau das Plus beim SGAM-Fonds bis Ende März bereits auf elf Prozent zusammenschrumpfen. Und auch die meisten anderen der insgesamt 42 Osteuropa-Fonds mussten Federn lassen. Vergleichsweise glimpflich davon kam noch der Uni EM Osteuropa von Alexander Karpov, der Zwölfmonatsbilanz per Ende Februar Rang fünf einnahm und das Minus im März auf 7,4 Prozent begrenzen konnte. „Die Rückschläge wurden in erster Linie durch die Zinsängste in den USA ausgelöst“, betont Karpov. „Fundamental gibt es jedenfalls keine Begründung dafür.“

Der Osteuropa-Experte der Union Investment erinnert an eine vergleichbare Situation im April 2004, als die Kurse ähnlich stark einknickten – um daraufhin ihren seit nunmehr zwei Jahren anhaltenden Höhenflug fortzusetzen. „Wer damals bei einigen besonders gut gelaufenen Werten wie OTP, Mol oder PKN Gewinne mitnahm, hinkt jetzt hinterher“, nennt Karpov einen der Gründe für die exzellente Wertentwicklung seines Fonds. So will er seiner Top-Position OTP, die knapp zehn Prozent des Fondsvermögens ausmacht, weiter treu bleiben: „Das ist eine der profitabelsten und am besten gemanagten Banken in Europa, die in einigen Jahren 30 bis 40 Prozent ihres Gewinns in aufsteigenden Märkten wie Bulgarien oder Rumänien erzielen wird.“

Insgesamt hat Karpov derzeit in den vier Kernmärkten Russland, Ungarn, Polen und Tschechien rund 80 Prozent seines Portfolios investiert. Den 3,5prozentigen Anteil ukrainischer Aktien möchte er in Kürze ausbauen, in Rumänien stand der Union-Manager dagegen zuletzt auf der Verkäuferseite. Die seit Anfang des Jahres bestehende Option, bis zu zehn Prozent des Fondsvermögens in der Türkei zu investieren, hat er bislang nicht genutzt.

Der Uni EM Osteuropa ist der einzige mit der Top-Note „(A)“ geratete Osteuropa-Fonds, der in den vergangenen zwölf Monaten den Sprung unter die besten Zehn seiner Vergleichsgruppe schaffte. An der Spitze findet sich dagegen mit dem Ixis AM Emerging Europe ein Fonds, dessen schlechte Bewertung „(E)“ vor zwölf Monaten möglicherweise wenig zum Kauf gereizt hätte. Hintergrund: Fondsmanagerin Dominique Delaporte von der französischen Ixis Asset Management orientiert sich bei ihrer Aktienauswahl am MSCI Emerging Europe Free. Dieser Index derzeit zu knapp 20 Prozent aus Türkei-Titeln. Das warf die Ixis-Managerin in den Jahren 2001 und 2002 weit zurück. In den vergangenen zwölf Monaten spülte es dagegen ihren Fonds mit einem Wertzuwachs von fast 52 Prozent ganz nach oben.

Ähnlich wie Karpov sieht auch Delaporte das Interesse an osteuropäischen Aktien als ungebrochen, sie ist deshalb nahezu voll investiert. Türkische Aktien machen derzeit nur knapp 14 Prozent des Fondsvermögens aus, Rumänien – wo die Ixis-Managerin vor allem in Banken und Ölwerte investiert – ist dagegen mit einem Anteil von mehr als sieben Prozent deutlich übergewichtet.

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