Manager reagieren defensiv
Euro-Rentenfonds stehen auch 2007 unter Druck

Auch das neue Jahr brachte dem Anleihen-Barometer Euro-Bund-Future keine Besserung. Steigende Leitzinsen sorgen auch weiterhin für eher trübe Aussichten. Manager von Robeco und Deka reagieren mit defensiven Strategien.

HAMBURG. Neues Jahr, neue Verluste: Im Januar fiel der Kurs des Anleihen-Barometers Euro-Bund-Future um ein weiteres Prozent. Trotz zwischenzeitlicher Erholung im Februar ging es auch Anfang März weiter bergab. Der Grund: Die guten Konjunkturdaten aus dem Euroraum lassen kaum einen Zweifel daran, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins vergangene Woche nicht zum letzten Mal angehoben hat. Und steigende Zinsen lassen die Anleihenkurse sinken.

Keine guten Aussichten also für Euro-Rentenfonds, die bereits in den vergangenen zwölf Monaten überwiegend Verluste verzeichneten. Von den zehn größten Fonds dieser Kategorie legte mit dem Robeco Lux-o-Rente lediglich einer im Betrachtungszeitraum zu Tabelle).

"Wir weichen stärker vom Vergleichsindex ab als andere, das macht unseren Erfolg aus", sagt Robeco-Manager Kommer van Trigt. Der Niederländer investiert zu gleichen Teilen in Staatsanleihen, die auf Euro, US-Dollar und japanische Yen lauten und sichert dabei Fremdwährungsrisiken konsequent ab. Das Laufzeitenmanagement übernimmt ein Computermodell: Sendet es positive Signale, erhöht van Trigt die durchschnittliche Laufzeit. Bei schlechten Signalen verkürzt er sie und mindert so das Risiko von Kursverlusten. "Seit Februar ist unser Modell vorsichtiger gegenüber Euro- und Yen-Anleihen", sagt van Trigt. Die Signale für US-Titel waren schon vorher schlecht. Daher hat der Fondsmanager die durchschnittliche Laufzeit seines Portfolios im Februar von siebeneinhalb auf anderthalb Jahre gesenkt.

Entspannen wird sich die Lage van Trigt zufolge so schnell nicht. "Die Signale der US-Wirtschaft deuten darauf hin, dass die Zinsen in den USA frühestens Ende des Jahres sinken", sagt er. Diese Aussichten drückten auch die Eurozone. Hinzu käme mindestens eine weitere Zinserhöhung der EZB.

Im Gegensatz zu van Trigt bleibt Martin Hochstein seinem Vergleichsindex weitgehend treu. Der Manager des Rendit-Deka investiert in Staats- und Unternehmensanleihen sowie besicherte Schuldverschreibungen, die auf Euro lauten. Mit dieser Strategie hat er auf Jahressicht ein Minus von 0,25 Prozent erwirtschaftet. Damit belegt er Rang 88 in der Vergleichsgruppe.

"Im vergangenen Jahr war schwer einzuschätzen, wie weit die EZB den Leitzins noch anheben wird", sagt Hochstein. "Das war die größte Belastung für den Euro-Rentenmarkt." Momentan herrsche am Markt noch immer Unsicherheit. Daher will auch der Deka-Manager sein Portfolio defensiver ausrichten und den Anteil an geldmarktnahen Papieren herauffahren. Ein Ende der Baisse sieht Hochstein erst, wenn der letzte Zinsschritt der EZB feststeht. Dies könne seinen Worten zufolge jedoch schon im April der Fall sein. "Ein so schwieriges Jahr wie 2006 werden wir nicht mehr sehen", sagt er.

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