Manager sehen Potenzial durch Übernahmen und neue Geschäftsfelder
Fonds für Wasser und Finanzen haben Zukunft

Die Schweizer Privatbank Pictet macht derzeit mit Wasser gute Geschäfte: Der Pictet Water Fund hat allein in den vergangenen zwölf Monaten netto rund 1,5 Mrd. Euro eingesammelt. Der im Januar 2000 aufgelegte Fonds, der ausschließlich in Unternehmen aus der Wasserbranche investiert, ist mittlerweile über zwei Mrd. Euro schwer.

HAMBURG. "Das Bewusstsein für die Problematik Wasserversorgung wird immer größer", sagt Co-Fondsmanager Philippe Rohner. Zwar gebe es weltweit genug Wasser, doch fehle es an der Infrastruktur, um alle Menschen ausreichend zu versorgen. Das gelte nicht nur für Entwicklungsländer, sondern auch für China, Osteuropa und sogar die USA, deren Infrastruktur veraltet sei. Wasserversorger stellen mit 46 Prozent den größten Teil des Portfolios, gefolgt von Wassertechnologiefirmen mit rund 30 Prozent. "Diese Unternehmen sind derzeit begehrte Übernahmekandidaten, was die Kurse zusätzlich anheizt", sagt der Pictet-Manager. Sein Fonds belegt mit einem Wertzuwachs von rund 17 Prozent in der Zwölf-Monats-Statistik Rang drei unter den größten Branchenfonds (Tabelle).

37 Jahre älter als der Pictet Water ist der Adig Adiverba von Cominvest. Der auf Banken und Versicherungen fokussierte Fonds belegt Rang zwei in der Statistik. "Das ist noch immer eine Zukunftsbranche, in der sich viel tut", sagt Fondsmanager Jürgen Homola. Vermögensverwalter profitierten von der demographischen Entwicklung und der steigenden Nachfrage nach privater Altersvorsorge. Zudem bringe die Finanzindustrie neue Zweige hervor, etwa Börsen, Immobiliengesellschaften oder Vermögensverwalter, die selbst an die Börse gehen. "Auch etablierte Finanzdienstleister entwickeln sich. So werden Banken vom reinen Kreditgeber zum Partner bei komplexen Finanzierungsstrukturen", sagt Homola.

Aktuell hat der Cominvest-Manager besonders Versicherungen im Visier: In der Branche gebe es noch viel Restrukturierungspotenzial; zudem sei sie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa zehn attraktiv bewertet.

Trotz des optimistischen Ausblicks rät der Herausgeber des Informationsdienstes "Fonds im Visier", Björn Drescher, Anlegern vom Adiverba ab. Er bemängelt unter anderem die fehlende Produktklarheit: "Der Fonds hat nur 68 Prozent reine Finanzwerte im Portfolio", sagt Drescher. Sucht ein Anleger ein entsprechendes Produkt, rät der Experte zum DWS Finanzwerte. Ein reiner Finanzwertefonds könne ein Portfolio in unruhigen Börsenzeiten stabilisieren. Grundsätzlich sollten Privatanleger nur dann in Branchenfonds investieren, wenn sie von der Idee überzeugt sind. Das gelte auch für den Wasserfonds von Pictet.

Autorin: Daniela Hoepfner, Der Fonds

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