Manager von American Express und Fortis sehen wenig Potenzial für Öltitel
Rohstoff-Fonds halten bevorzugt Gas-Aktien

Der Rückgang des Ölpreises Anfang dieses Jahres war nur von kurzer Dauer: Anfang April kletterte er auf ein Allzeithoch von über 110 Dollar je Barrel. Trotz dieser neuen Rekordmarke gehören klassische Ölwerte nicht zu den Favoriten von Clay Hoes.

HAMBURG. "Viele der Unternehmen befinden sich in einem Abwärtstrend, sie ernten eher als dass sie neue Potenziale erschließen", kritisiert der Manager des American Express Funds Global Energy Equities. Er bevorzugte in den vergangenen zwölf Monaten stattdessen vor allem Gastitel wie XTO Resources, Encana oder Devon, die er in der Spitze mit 35 Prozent gewichtete.

Zufrieden zeigt sich Hoes rückblickend auch mit seiner Entscheidung, im März 2007 beim Solarhersteller First Solar einzusteigen: "Als wir kauften, lag die Aktie bei 54 Dollar, mittlerweile ist der Kurs auf 287 Dollar gestiegen", sagt der Manager des Zwölf-Monats-Spitzenreiters unter 68 bei Feri Rating & Research gelisteten Aktienfonds mit Schwerpunkt auf Rohstoffen (siehe Tabelle).

"Angesichts des Klimawandels kommt Gas als Energiequelle eine immer größere Bedeutung zu", begründet er seine noch immer aktuelle Vorliebe für den Sektor. Auch für Kohle-Aktien erwärmt sich Hoes schon länger: "Bei der Elektrizitätserzeugung wird der Rohstoff künftig ebenfalls eine größere Rolle spielen als bisher."

Von Kohle-Aktien überzeugt zeigt sich auch Gabriel Wallach. Der Manager des auf Rang zwei liegenden Fortis L Fund Equity Resources World nennt als Beispiel für die jüngste positive Marktentwicklung den indonesischen Kohleproduzenten Bumi Resources: "Die Aktie kletterte binnen eines Jahres von 1 600 auf 6 000 Rupien." Anders als Hoes ist der Fortis-Manager prinzipiell nicht auf Energietitel beschränkt, mit rund 60 Prozent bilden diese Aktien aber den Sektorschwerpunkt des Fonds.

Wallach teilt ebenfalls die Skepsis von Hoes gegenüber Ölaktien. Als Ausnahme wertet er die brasilianische Petrobras, die auch Hoes zu seinen Top-Positionen zählt. Wallach: "Das Unternehmen gehört zu den wenigen seiner Branche, die zuletzt ein kräftiges Wachstum verzeichneten, nicht zuletzt dank der Entdeckung eines großen Tiefsee-Ölfelds."

Bei der Titelauswahl orientiert sich Wallach auf Branchenebene recht eng am Vergleichsindex MSCI World Energie & Materials 10/40, in dem Energiewerte mit rund 60 Prozent gewichtet sind. Auf Einzeltitelebene weicht er dagegen je nach Marktmeinung deutlich vom Index ab. "Wir investieren beispielsweise bis zu 30 Prozent des Portfolios in Schwellenländern, während sich der Index vorwiegend aus Unternehmen der Industrieländer zusammensetzt", so der Fondsmanager.

Autorin: C. Lindenberg, Das Investment

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