Manager von Credit Suisse und Espa sehen Potenzial im Bankensektor
Osteuropa-Indexfonds hängt die Konkurrenz ab

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) werden immer beliebter.

HAMBURG. "Insbesondere für weniger transparente Anlageregionen wie Osteuropa bieten ETFs Anlegern einen kostengünstigen Zugang zu attraktiven Portfolios", sagt Andreas Fehrenbach, Deutschland-Chef des Indexfonds-Anbieters I-Shares. Dass er damit richtig liegt, scheint auch die Jahresbilanz 2006 der Fondskategorie "Aktien Osteuropa" zu bestätigen: I-Shares lag im MSCI EM Eastern Europe mit einem Wertzuwachs von rund 38 Prozent vor 46 Konkurrenten auf dem ersten Platz (Tabelle).

Vom aktuellen Erfolg des Indexfonds lässt sich Thomas Bobeck nicht beeindrucken. Der Teamleiter Fondsmanagement bei der österreichischen Gesellschaft Sparinvest sagt: "Zahlreiche langfristige Untersuchungen haben ergeben, dass sich passives Kaufen und Halten in schwankungsintensiven Märkten wie Osteuropa nicht auszahlt und diese Fonds eine überdurchschnittlich starke Schwankungsintensität aufweisen." Aktiv gemanagte Fonds hingegen wie Bobecks auf Rang drei gelandeter Espa Stock Europe Emerging könnten starke Schwankungen bewusst nutzen, um langfristig höhere Erträge zu erzielen.

Bobeck orientiert sich mit seinem Team nur grob am Vergleichsindex MSCI EM Eastern Europe. Das gute Abschneiden führt er unter anderem auf sein mit 74 Prozent sehr hohes Engagement in Russland zurück. "Dort erwarten wir auch für 2007 attraktive Investmentchancen, insbesondere außerhalb des Öl- und Gassektors", sagt Bobeck. Gute Chancen bescheinigt der Sparinvest-Manager auch dem türkischen Aktienmarkt. Dessen Anteil am Espa Stock Europe Emerging beträgt mittlerweile rund 20 Prozent, nachdem Bobeck den Markt noch im Frühjahr vergangenen Jahres überhaupt nicht berücksichtigt hatte.

Im Portfolio des zweitplatzierten CS Equity Fund Eastern Europe von Credit Suisse bleiben türkische Aktien hingegen generell außen vor. Ähnlich wie Bobeck fährt aber auch Credit-Suisse-Managerin Elizabeth Eaton einen sehr aktiven Ansatz: So hält sie den Energiesektor gegenüber dem Vergleichsindex MSCI EM Eastern Europe um rund 17 Prozentpunkte untergewichtet und investiert zudem rund vier Prozent des Portfolios in Kasachstan. Das im Index überhaupt nicht vertretene Land ist Eaton zufolge "von allen ehemaligen Sowjetstaaten am wettbewerbsfähigsten" und bietet die höchsten Wachstumsraten in ganz Osteuropa.

Potenzial sieht Eaton vor allem im Bankensektor. Für die Branche spreche, dass sich Verbraucherkredite immer stärker durchsetzten, was den Banken hohes Wachstumspotenzial beschere. Mit rund 21 Prozent hat sie diese Branche darum im Fonds sehr hoch gewichtet. Auch Bobeck sieht dort Chancen und hält sogar 27 Prozent des Portfolios in entsprechenden Titeln.

Autorin: C. Lindenberg, Das Investment

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%