Manager von Euro-Rentenfonds setzen auf steigenden Anlagedruck von Pensionskassen
Langläufer liegen überraschend vorn

Schon wieder Erster – den Managern von Euro-Rentenfonds, die überwiegend Papiere mit langer Restlaufzeit halten, muss es allmählich unheimlich vorkommen. In der jüngsten Zwölf-Monats-Auswertung dieser Kategorie liegen die Manager von Euro-Rentenfonds mit hohem Abstand vorne und erzielten dabei teilweise zweistellige Wertzuwächse.

HB HAMBURG. Dabei warnen Experten seit Monaten davor, dass die Zinswende in den USA vor allem Langläufern überdurchschnittliche Kursverluste bescheren müsste. Doch wie es im Lehrbuch steht, so trifft es nicht immer ein. „Wir befinden uns in einer Sondersituation“, sagt Jörg Warncke. Der Manager des mit einem Plus von 10,29 Prozent auf Rang vier liegenden UniEuroBond XL von Union Investment verweist auf die starke Nachfrage institutioneller Investoren nach Langläufern: „Die Aufsichtsbehörden von Versicherungen und Pensionskassen drängen darauf, dass die langen vertraglichen Verbindlichkeiten mit langfristigen Anlagen gedeckt werden.“ Deswegen habe auch die Ende Februar von Frankreich begebene Staatsanleihe mit 50jähriger Laufzeit reißenden Absatz gefunden.

Da Warncke die Inflationsgefahren derzeit für überschaubar hält, traut er Langläufern auch in den kommenden ein bis zwei Jahren eine überdurchschnittliche Entwicklung zu. „Am langen Ende sind die Realzinsen am höchsten“, nennt er ein weiteres Argument, das für eine anhaltende Nachfrage spreche.

Hohe reale Renditen in jedem Zinsumfeld – das ist auch das Ziel des auf Rang acht liegenden FT ABS-Plus. Um es zu erreichen, investiert Fondsmanagerin Claudia Röring außer in Unternehmens- und Hochzinsanleihen auch in so genannte Asset Backed Securities. Hinter diesem Begriff verbergen sich illiquide Forderungen, zum Beispiel aus Hypotheken oder Automobilfinanzierungen, die in handelbare, verzinsliche Wertpapiere umgewandelt wurden.Wie schnell die gut gemeinte Absicht, Anleger vor den Folgen steigender Zinsen zu bewahren, ins Gegenteil umschlagen kann, zeigt die aktuelle Zwölf-Monats-Bilanz des Janus Flexible Income. Das Minus von 1,22 Prozent kam unter anderem zu Stande, weil Fondsmanager Ron Speaker im Herbst 2004 mit seiner Markteinschätzung gründlich daneben lag: Anders als von ihm erwartet wirkten sich die Zinserhöhungen der US-Notenbank am kurzen und mittleren Ende der Zinskurve stärker aus als bei Langläufern.

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